Erinnerung an den 9. November 1938

In vielen Orten gedachten Antifaschistinnen und Antifaschisten rund um den 9. November der rassistischen Pogrome gegen Jüdinnen und Juden vor 82 Jahren. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, der sogenannten Reichspo­gromnacht, hatten in ganz Deutschland Synagogen gebrannt, jüdische Geschäfte wurden geplündert, Juden gezwungen, barfuß über die mit Glasscherben bedeckten Straßen zu laufen. In Dortmund hatte die Gestapo in dieser Nacht drei Viertel der erwachsenen Juden verschleppt. Daran erinnerte das „Bündnis Dortmund gegen rechts“ mit einer „Scherbenspur“ in der Innenstadt. Schauspieler und Mitglieder des Bündnisses lasen aus Zeitdokumenten; Peter Sturm und weitere Musiker spielten jiddische Lieder – immer wieder unterbrochen durch eine Tonspur mit splitterndem Glas, Hundegebell und Nazigegröle. Die eindrucksvolle Installation hielt viele Passanten für eine Weile vom Shoppen ab. In Karlsruhe erinnerte die DKP mit einem Blumengebinde an die Reichspogromnacht und die Zerstörung der Karlsruher Synagoge in der Kronenstraße. Den ganzen Tag über kamen in kurzen Abständen kleine Gruppen von Personen, darunter viele junge Menschen, mit Blumengebinden und einzelnen Nelken, um an die Verbrechen des Faschismus zu erinnern.

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Über den Autor

Wera Richter, geboren 1969, ist stellvertretende Parteivorsitzende der DKP und Chefredakteurin der UZ. Die journalistische Laufbahn begann in jungen Jahren mit einem Praktikum bei der UZ mit Rolf Priemer als Chefredakteur. Damals wurde die UZ wieder Wochenzeitung. Später arbeitete die gelernte Gärtnerin im Ressort Innenpolitik der Tageszeitung junge Welt. Auf dem 20. Parteitag der DKP 2013 wurde Wera Richter zur stellvertretenden Parteivorsitzenden gewählt und übernahm die Verantwortung für die Organisationspolitik. Ein Job, den sie in der SDAJ kennen und lieben gelernt hatte. 2020 löste sie Lars Mörking als UZ-Chefredakteur ab.

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"Erinnerung an den 9. November 1938", UZ vom 13. November 2020



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