Die Arbeit der Marx-Engels-Stiftung im diesem Jahr

Im Zeichen von 150 Jahren Lenin

MES

Die Mitglieder der Marx-Engels-Stiftung (MES) trafen sich am 1. Februar zu ihrer jährlichen Versammlung. Neben dem Rechenschaftsbericht, den der Vorsitzende Hermann Kopp vortrug, legte die Stiftung für das Jahr 2020 wieder ein breites Angebot an Seminaren und Tagungen vor. Ein Seminar, das gemeinsam mit dem isw München und den Naturfreunden zum Thema „Engels, Natur und Ökologie“ durchgeführt wird, bildet am 14. März in Wuppertal den Auftakt. Weitere Themen kommen aus den Bereichen Geschichte, Ökonomie, Kunst und marxistische Theorie und Praxis. Im Zusammenhang mit dem 75. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus stehen Seminare „Es gab keine Stunde Null“ am 22. 3. in Essen und am 17. 5. In Stuttgart. „Musik und Politik“ im Mai in Berlin und eine „Matinee zu Beethoven“ verbinden Kunst und Gesellschaft. Im Mittelpunkt der Arbeit der MES steht die große Engels-Konferenz vom 6. bis 8. November in Wuppertal anlässlich des 200. Geburtstags eines der Namensgeber der Stiftung.

Inhaltlich stand das Treffen im Zeichen des bevorstehenden 150. Geburtstags von Lenin am 22. 4. 1870. Hermann Klenner, bedeutender Vertreter der marxistischen Rechtsphilosophie und Rechtsgeschichte, sprach über Lenins Schrift „Staat und Revolution“. Er bezeichnete diese als eines der wichtigsten Werke der politischen Literatur, ohne das weder die Oktoberrevolution noch der Sieg über den deutschen Faschismus denkbar gewesen wäre. Die Frage des Verhältnisses von Macht und Recht, nicht nur in den Zeiten nach der Revolution 1917, stand im Zentrum seines Vortrags. „Recht ist Mittel der Macht, aber Recht ist auch Maß der Macht“, so Hermann Klenner. Im zweiten Vortrag untersuchte der marxistische Ökonom Vladimiro Giacché, Präsident des in Rom ansässigen Wirtschaftsforschungsinstituts Centro Europa Ricerche (CER), die Entwicklung von Lenins ökonomischem Denken nach der Oktoberrevolution. Giacché: „Lenin lädt uns ein zu einer Entdeckungsreise in einem ökonomischen Aufbauprozess, geprägt durch Versuch und Irrtum.“ Nach Lenin musste der Weg zum Sozialismus über eine Phase des von der proletarischen Staatsmacht gesteuerten Staatskapitalismus führen. Diese Aussage sorgte sowohl vor hundert Jahren als auch heute für heftige Diskussionen. Dass dies auch an diesem Wochenende so war und es sehr schnell um China und Vietnam ging, war sicher kein Zufall. Beide Vorträge werden in Kürze auf der Homepage der Marx-Engels-Stiftung verfügbar sein.


Vladimiro Giacché
Lenins ökonomisches Denken nach der Oktoberrevolution
Neue Impulse Verlag
Essen, 2018, 9,80 Euro

Wladimir Iljitsch Lenin
Staat und Revolution
Kritische Neuausgabe von W. Hedeler, V. Külow und M. Neuhaus
Verlag 8. Mai, 2019, 24,90 Euro

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"Im Zeichen von 150 Jahren Lenin", UZ vom 21. Februar 2020



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