Luxemburg-Liebknecht-Demo in Berlin mit großem Zulauf. Kräftiges Signal gegen Krieg und Krise

Jahresauftakt der Roten

Ein rotes Fahnenmeer zog am Sonntag, den 9. Januar, in Berlin vom Frankfurter Tor zum Friedhof der Sozialisten in Friedrichsfelde. Rund 7.000 Menschen kamen zur traditionellen Luxemburg-Liebknecht-Demonstration – und damit doppelt so viele wie im Vorjahr. Da hatte die Polizei versucht, den Demoaufzug unter dem Vorwand angeblich verbotener Blauhemden der FDJ zu zerschlagen. Einen solchen Angriff nicht noch einmal zuzulassen wird ebenso zu verstärkter Mobilisierung und größerer Geschlossenheit geführt haben wie die politische Situation. Die Gedenkdemo für die vor 103 Jahren von Freikorps ermordeten Kommunisten und Antimilitaristen Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht war vor allem eine Manifestation gegen Kapitalismus und Krieg. Das Abwälzen der Krisenlasten auf die Bevölkerung, der Demokratieabbau im Schatten der Corona-Pandemie und die gefährliche Kriegshetze gegen Russland und China, die Aufrüstung von NATO und EU drängen zum Protest.

Geprägt wurde die diesjährige LL-Demo vor allem von jungen Menschen und Mitgliedern ausländischer Organisationen. Beeindruckend und laut der große Jugendblock von SDAJ, DIDF-Jugend, Linksjugend Solid Berlin und Hessen und Internationalem Jugendverein Deutschland hinter dem Transparent „Krise? Nicht auf unserem Rücken! Reiche zur Kasse – Grundrechte verteidigen“. Es folgte in „etwas“ lockererer Formation der DKP-Block mit der Forderung „Frieden mit Russland und China – Raus aus der NATO“. Am Lautsprecherwagen informierte der DKP-Vorsitzende Patrik Köbele unter anderem über die mit dem Wochenende begonnene Kampagne der DKP für einen Energiepreisstopp als Beitrag, den Widerstand gegen das Abwälzen der Krisenlasten auf die Straße zu bringen. Eingereiht hatten sich auch Dmitri Nowikow, Stellvertretender Vorsitzender der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation (KPRF), sowie zahlreiche Mitglieder der griechischen und türkischen kommunistischen Parteien TKP und KKE und Kommunistinnen und Kommunisten aus Kuba und Chile. Ebenso lief eine Delegation der Gewerkschaft der Bauarbeiter aus Dänemark im kommunistischen Block.

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Die SDAJ auf der Luxemburg-Liebknecht-Demonstration (Foto: Johannes Hör)

In Friedrichsfelde zahlten sich die Werbeblöcke vom Lautsprecherwagen für die Kampagne für einen Energiepreisstopp der DKP aus. Wie schon auf der DKP-Kundgebung am Vortag am Ernst-Thälmann-Denkmal unterzeichneten zahlreiche Teilnehmer die Petition der DKP (www.energiepreisstopp-jetzt.de). An den Ständen von DKP und SDAJ stießen neben Glühwein, Kinderpunsch und Bratwurst auch UZ und „position“, das Magazin der SDAJ, auf Interesse. „Das Wochenende war ein guter Auftakt für die kommunistische Bewegung unseres Landes. SDAJ und DKP waren gut präsent. Die Kampagne ‚Energiepreisstopp jetzt‘ haben wir genau zum richtigen Zeitpunkt begonnen. Dank auch an die junge Welt: Die Rosa-Luxemburg-Konferenz hat mit der Losung ‚Hände weg von Russland und China‘ die richtige Orientierung in den Mittelpunkt gestellt“, bilanzierte Köbele am Sonntag.

Ein positives Fazit zog auch das LL-Bündnis als Veranstalter der Demonstration „Mehr als doppelt so viele Teilnehmer wie letztes Jahr sind ein gutes Signal“, erklärte Ellen Brombacher von der Kommunistischen Plattform der Partei „Die Linke“.

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Über die Autorin

Wera Richter, geboren 1969, ist stellvertretende Parteivorsitzende der DKP und Chefredakteurin der UZ. Die journalistische Laufbahn begann in jungen Jahren mit einem Praktikum bei der UZ mit Rolf Priemer als Chefredakteur. Damals wurde die UZ wieder Wochenzeitung. Später arbeitete die gelernte Gärtnerin im Ressort Innenpolitik der Tageszeitung junge Welt. Auf dem 20. Parteitag der DKP 2013 wurde Wera Richter zur stellvertretenden Parteivorsitzenden gewählt und übernahm die Verantwortung für die Organisationspolitik. Ein Job, den sie in der SDAJ kennen und lieben gelernt hatte. 2020 löste sie Lars Mörking als UZ-Chefredakteur ab.

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"Jahresauftakt der Roten", UZ vom 14. Januar 2022



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