Kamala Harris

Was wurde Joseph Bidens Entscheidung für Kamala Harris als Vize-Präsidentin der USA nicht gefeiert: Eine Frau! Eine schwarze Frau! Eine schwarze Frau mit Migrationshintergrund! Dass Harris als Tochter einer tamilischen Brustkrebsforscherin und eines jamaikanischen Wirtschaftswissenschaftlers wenig mit Armutsmigranten gemeinsam hat, lassen die Mainstreammedien bei dieser Erzählung lieber weg. Stört ja auch irgendwie die Woke-Variante des American Dream. Schon für ihren ersten Wahlkampf um den Posten der Bezirksstaatsanwältin von San Francisco konnte sie einen Großteil der Spenden im Reichenviertel Pacific Heights einsammeln. An ihrer Beliebtheit in den Kreisen der Reichen und Schönen hat sich wenig geändert. Diese Woche nun hat sich Kamala Harris, die reiche Tochter von Einwanderern, in Guatemala vor die Fernsehkameras gestellt und den armen Schluckern, die sich in der Hoffnung auf ein etwas würdigeres Leben zu Fuß auf den Weg in die USA machen, gesagt: „Kommt nicht!“ Wir lassen euch eh nicht rein. So viel ist sie ihren Wahlkampfspendern schuldig.

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Über den Autor

Melina Deymann, geboren 1979, studierte Theaterwissenschaft und Anglistik und machte im Anschluss eine Ausbildung als Buchhändlerin. Dem Traumberuf machte der Aufstieg eines Online-Monopolisten ein jähes Ende. Der UZ kam es zugute.

Melina Deymann ist seit 2017 bei der Zeitung der DKP tätig, zuerst als Volontärin, heute als Redakteurin für internationale Politik und als Chefin vom Dienst. Ihre Liebe zum Schreiben entdeckte sie bei der Arbeit für die „Position“, dem Magazin der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend.

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"Kamala Harris", UZ vom 11. Juni 2021



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