Kinderarmut in D

Kinder sind in Deutschland nach wie vor besonders von Armut betroffen: 19 Prozent aller Mädchen und Jungen unter 18 Jahren leben in einem einkommensarmen Haushalt. Der Anteil der armen Kinder bleibt damit seit 1996 auf hohem Niveau. Die Zahlen stammen aus einer aktuellen Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung (HBS).

Demnach sind die regionalen Unterschiede groß: Am höchsten ist die Kinderarmut in Bremen (33,1 Prozent), gefolgt von Sachsen-Anhalt (28,7 Prozent) und Leipzig (27,0 Prozent). Die niedrigste Kinderarmut weisen die Regierungsbezirke Oberbayern (9,1 Prozent), Oberpfalz (9,6 Prozent) und Tübingen (10,5 Prozent) auf.

Generell zeigt sich, dass Kinderarmut im Osten (24,6 Prozent) weiterhin verbreiteter ist als im Westen (17,8 Prozent). Die Unterschiede lassen sich laut Studie in der Hauptsache auf die Arbeitsmarktlage, aber auch auf die Zusammensetzung der Haushalte zurückführen.

Die HBS-Studie nennt auch Zahlen zu asylsuchenden Kindern. So müssten beispielsweise Familien mit Kindern, die aus zentralen Herkunftsgebieten der gegenwärtigen Flüchtlingswelle eingewandert sind, ein deutlich erhöhtes Armutsrisiko tragen.

So heißt es in den Erläuterungen zur Studie: „Die Ursachen dieser Unterschiede sind vor allem im Arbeitsmarkt zu suchen. In der Gesamtbevölkerung war die Arbeitslosenquote 2014 mit nur 5,0 Prozent niedriger und die Beschäftigungsquote mit 75,4 Prozent höher als unter den hier betrachteten Einwanderergruppen. Unter den eingewanderten Afrikanern ist die Arbeitslosenquote mit 14,3 Prozent fast dreimal so hoch wie im Bevölkerungsdurchschnitt, während die Beschäftigungsquote nur 56,2 Prozent beträgt. Die entsprechenden Werte für eingewanderte Serben liegen bei 9,7 bzw. 62,4 Prozent. Zudem liegt der Anteil der ausschließlich geringfügig Beschäftigten unter den Einwanderern aus diesen Herkunftsgebieten über dem Bevölkerungsdurchschnitt, so dass das erzielbare Einkommen eines substantiellen Teils der Beschäftigung von vornherein eng begrenzt ist.“

Die hohe Zahl der Flüchtlingskinder unter den Asylsuchenden wirke sich jedoch nicht unmittelbar auf die (gemessenen) Kinderarmutsquoten aus, da die Flüchtlinge erst im Laufe des Jahres eingetroffen seien. Außerdem sei zu berücksichtigen, dass ein Teil der Asylbewerberinnen und Asylbewerber in Aufnahmelagern und Gemeinschaftsunterkünften lebt, die Armutsstatistik aber nur Privathaushalte erfasse.

Quelle: WSI Verteilungsmonitor

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"Kinderarmut in D", UZ vom 26. Februar 2016



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