Aus den Tagebüchern von Käthe Kollwitz 1914 – 1918

Kollwitz und der Krieg

Zusammengestellt und mit einer Einführung von Andreas Wessel

Die Grafikerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz (1867 – 1945) gilt als eine der bedeutendsten bildenden Künstlerinnen der internationalen Kunstgeschichte. Ihr Werk ist nicht nur durch die herausragende Qualität ihrer Zeichenkunst weltweit bekannt, sondern gerade auch durch die thematische Hinwendung zu den „Verdammten dieser Erde“ – und für leidenschaftlichen Pazifismus. Das letztere soll hier eingehender beleuchtet werden, und zwar anhand einer Collage aus Tagebucheinträgen der Kollwitz, die während des Ersten Weltkriegs entstanden. Es zeigt sich, dass die Ablehnung des Krieges, also jeglicher militärischen Auseinandersetzung zwischen Völkern, auch bei der großen Pazifistin Kollwitz das Ergebnis eines langen Entwicklungsprozesses war. In diesem Prozess spiegelt sich ein gutes Stück der geistig-moralischen Veränderungen im deutschen Kaiserreich, und auch auf aktuelle Entwicklungen mag einiges an Licht fallen. Die Tatsache, dass auch die ikonische Figur Kollwitz einen solchen quälenden Prozess durchmachen musste, nimmt ihren künstlerischen Stellungnahmen nichts an Gewicht. Im Gegenteil verleiht sie ihnen die Glaubwürdigkeit einer erkämpften, schwer errungenen Erkenntnis.

Zum Hintergrund: Kollwitz’ Söhne Hans (geboren 1892) und Peter (geboren 1896) meldeten sich beide sofort nach Ausbruch des Krieges im August 1914 freiwillig zum Militär. Peter wurde zusammen mit Freunden – zu denen Käthe Kollwitz auch später noch Kontakt hielt – nach einer kurzen Infanterieausbildung an die Front geschickt und bei seinem ersten Einsatz bei Diksmuide in Belgien am 22. Oktober 1914 getötet. Hans wird zurückgestellt, macht eine Sanitäterausbildung, überlebt den Krieg und wird Arzt. Käthe Kollwitz kann es lange nicht akzeptieren, dass der „Opfertod“ ihres jüngsten Sohnes vergeblich oder sogar für eine verbrecherische Sache gewesen sein soll. Erst die Oktoberrevolution gibt ihr die Chance auf eine neue Sicht.

Sie schreibt am 2. Dezember 1917 an Hans: „Ich glaube jetzt mit meinen eigenen Augen einen Fortschritt in der Menschheitsentwicklung zu sehn. Was früher kurzlebige Illusionen von Einzelnen waren, wird jetzt von einem Volk vertreten und findet Widerhall bei anderen Völkern. So lebt jetzt wirklich wieder die Hoffnung auf, daß das furchtbare Geschehen der letzten Jahre einen Sinn hatte, woran ich ganz und gar verzweifelte. Daß es doch höher hinaufgeführt hat. Daß das Männerblut der siegenden sowohl wie der unterliegenden Völker – wenn es siegende und unterliegende geben wird – und die Ströme von Tränen – alle die Millionen Opfer – einer Idee gedient haben.“

Käthe Kollwitz verarbeitet den Tod des Sohnes auch künstlerisch. Es gelang ihr zwar nicht, die Figur eines liegenden Soldaten, ihres Peter, zu vollenden (siehe den Tagebucheintrag vom 22. August 1916). Das „Trauernde Elternpaar“ jedoch, das ursprünglich die liegende Figur einfassen sollte, wurde 1932 als lebensgroße Granitskulpturen auf dem Soldatenfriedhof Esen-Roggeveld aufgestellt – die Figuren tragen die Gesichtszüge von Karl und Käthe Kollwitz.

Andreas Wessel

30. September 1914: Kaltes wolkiges Herbstwetter. Diese nüchterne Stimmung, wenn man weiß es ist Krieg, aber es glückt einem nicht sich in eine Illusion zu schwingen. Nur das Furchtbare des Zustandes, an den man sich fast gewöhnt, ist gegenwärtig. In solchen Zeiten kommt es einem so blödsinnig vor, daß die Jungen in den Krieg gehn. Das ganze nur so wüst und hirnverbrannt. Mitunter den dummen Gedanken: sie werden in einem solchen Tollwerden doch nicht mittun und sofort wie ein kalter Strahl: sie müssen müssen. Alles ist gleich vor dem Tod, runter mit all der Jugend. Dann könnte man verzweifeln. Nur ein Zustand macht alles erträglich: die Aufnahme des Opfers in den Willen. Aber wie kann man diesen Zustand sich erhalten? …

17. Mai 1915:  … Eine Frau ging ins Wasser weil ihr einziger Sohn fiel. Sie wurde herausgefischt, ging dann noch einmal zurück und ertrank. Eine andere Frau, eine junge, tötete sich auch, weil ihr Mann fiel. Ich denk es müssen noch viel mehr sein.

29. Mai 1915: … Ich weiß überhaupt nicht, wie das alles noch einmal anders werden soll. Der Krieg entblößt einen Abgrund von Haß, Roheit, Dummheit und Lüge. …

2. Januar 1916: … Deutschland so zu lieben auf meine Weise wie Du (ihr 1914 gefallener Sohn Peter) es tatest auf Deine: da liegen Zweifel. Deine Stellung zum Kriege wollte ich zu meiner machen. Meine Stellung zu ihm ist immer noch keine einheitliche. Die Liebe zu dem Vaterlande ist leicht, soweit sie wie Familienliebe auf natürlichen Gefühlen beruht – eine Arbeit, sobald sie die Forderung der Mitgestaltung einschließt. Eine nicht zu umgehende nötige Arbeit. … In meiner Arbeit mehr noch als je echt und wesentlich zu werden. Ja, das war und ist mein Streben. Neulich sagte der Karl (ihr Mann): „Wir sind nicht besser geworden durch seinen Tod.“ Das Enge in mir, das ist das Schlimmste. Sich dehnen, weiten, höher werden, danach verlangt man. Derselbe zu bleiben der man war bevor das Schicksal uns schlug, darf nicht sein. …

20. Mai 1916: … In der Stadtbahn Frauen und Männer, die sehr erregt und außer sich die Zustände besprachen. Revolution oder Frieden – darauf kam es immer wieder heraus. Zum ersten Mal hörte ich einen Mann das bekannte „Arbeiter haben kein Vaterland“ sagen.

22. August 1916: … Zur Arbeit muß man hart sein und das was man gelebt hat aus sich heraussetzen. Wenn ich beginne das zu tun, so fühle ich wieder als Mutter, die den Schmerz nicht von sich lassen will. Manchmal ist das alles so schwer. …

27. August 1916: … Meine unhaltbar widerspruchsvolle Stellung zum Kriege. Wie ist die gekommen? Durch Peters Opfertod. Was mir damals klar wurde und was ich in meiner Arbeit halten wollte, das wird mir jetzt wieder so schwankend. Ich glaube Peter nur behalten zu können, wenn ich was er mich damals lehrte, nicht mir entziehen lasse. Nun dauert der Krieg zwei Jahre und 5 Millionen junge Männer sind tot und mehr als noch mal so viele Millionen Menschen sind unglücklich geworden und zerstört. Gibt es noch irgend etwas was das rechtfertigt? …

351213 2Kaethe Kollwitz by Hugo Erfurth 1927 - Kollwitz und der Krieg - Bildhauer, Collage, Grafikerin, Käthe Kollwitz, Künstler für den Frieden, Oktoberrevolution, Pazifist - Kultur
Käthe Kollwitz von Hugo Erfurth, 1927 (Foto: gemeinfrei)

11. Oktober 1916: … Nach wie vor ist mir alles so sehr dunkel. Wie ist das? Nicht nur bei uns geht die Jugend freiwillig und freudig in den Krieg, sondern bei allen Nationen. Menschen, die unter anderen Umständen verstehende Freunde wären, gehn als Feinde aufeinander los. Ist wirklich die Jugend ohne Urteil? Geht sie immer los, sobald man sie aufruft? Ohne näheres Hinsehn? Geht sie los, weil sie eben will, weil es ihr im Blut liegt, und nimmt unbesehen hin was man ihr an Kriegsgründen sagt? Will die Jugend überhaupt den Krieg? Und ist es eine alte Jugend, die ihn nicht mehr wollen wird? Der schreckliche Unsinn, daß die europäische Jugend gegeneinander rast. Wenn ich glaube überzeugt zu sein vom Unsinn des Krieges, dann frage ich mich wieder, nach welchem Gesetz die Menschen zu leben haben. Sicher nicht um das größtmögliche Glück zu erreichen. Es wird für ewig bestehn bleiben, daß das Leben in den Dienst einer Idee gestellt werden muß. Was aber ist in diesem Fall daraus gefolgt? Peter (Kollwitz), Erich (Krems), Richard (Noll), alle stellten ihr Leben unter die Idee der Vaterlandsliebe. Dasselbe taten die englischen, die russischen, die französischen Jünglinge. Die Folge war das Rasen gegeneinander, die Verarmung Europas am Allerschönsten. Ist also die Jugend in all diesen Ländern betrogen worden? Hat man ihre Fähigkeit zur Hingabe benutzt um den Krieg zustande zu bringen? Wo sind die Schuldigen? Gibt es die? Sind alles Betrogene? Ist es ein Massenwahnsinn gewesen? Und wann und wie wird das Aufwachen sein? … Ist es treulos gegen Dich – Peter – daß ich nur noch den Wahnsinn jetzt sehn kann im Kriege? …

17. Februar 1917: … (Tilla Durieux liest von Leonhard Frank bei Cassirer:) Und das alles zu wissen, daß so inbrünstig die Sehnsucht nach Frieden ist, in ganz Europa, überall gleich, und daß doch der Krieg nicht aufhören kann und alle Tage weitergeht und jede Stunde junge Menschen sterben müssen. …

2. Juni 1917: … Es ging mir inzwischen durch den Kopf, ob ich nicht auch etwas zur Friedenspropaganda beisteuern könnte. Indem ich Flugblätter zeichnete, die im Volk verbreitet würden. Ich wollte eines zeichnen: Der Letzte. Vater und Mutter, die vom Letzten Abschied nehmen. …

12. Juli 1917: … In der Stadtbahn, sagte (Drucker) Schulz, sprachen Arbeiter untereinander vom „Schlächtermeister“. Sie meinten Hindenburg. Der Oberschlächtermeister sei der deutsche Kaiser. …

5. August 1917: Seit 5 Tagen im 4. Kriegsjahr. Weiter läßt sich dazu nichts sagen. Heut bei Tisch entwickelte Karl wieder seinen Gedanken, daß das Einzelleben derartig wertvoll ist, daß der Staat es nicht fordern darf. … Meine Meinung ist, daß die Menschheit nicht vorangekommen wäre, wenn das Leben des Einzelnen immer an erster Stelle gestanden hätte. Über dem Leben steht das Leben für die Idee, dadurch bekommt das Leben nur Inhalt und Sinn. Wenn besondere Umstände es fordern, muß das persönliche Leben hingegeben werden. … Karl meint, wenn er das Leben so wertet, natürlich nicht das materielle Leben von heut auf morgen ohne Ideen und Verantwortung. Er will im Gegenteil das Leben so verantwortungsvoll machen wie bisher nie. Es darf aber nicht für Ideologien, wie er Vaterland und Staat eine solche nennt, gefordert werden. Den freien Opfertod läßt er übrigens gelten. Aber der Staat hat kein Anrecht auf das Leben seines Angehörigen.

26. Oktober 1917, abends: … Karl sagt (zu seinem Sohn Hans): „Und wenn ich mal weg muß, so schadet das dann nicht mehr viel. Wenn Dir aber was zustößt, so ist die Hoffnung zerbrochen. Darum bin ich für meinen alten Plan, daß in Zukunft Kriege nur von über 50jährigen ausgekämpft werden.“ Wir lachen. Karl sagt er meint das im Ernst. Eine Jugend, die ihre Aufgabe fürs Leben sehr ernst nimmt und sich dessen bewußt ist, würde es selbst hinnehmen, daß die Väter statt ihrer kämpfen. Die beste Lösung ist, daß die Kriege überhaupt aufhören. …

„Gibt es noch irgend etwas was das rechtfertigt?“

6. November 1917: … Wo ist mein neues Arbeiten geblieben? Peters Arbeit (das Denkmal für den Sohn) soll wesentlich und einfach sein, aber das Wort neu kommt für sie gar nicht in Betracht. Das was ich früher immer sagte: der Inhalt sei die Form – wo hab ich das wahr gemacht? Wo ist die neue Form für den neuen Inhalt dieser letzten Jahre? Am Tage drauf arbeitete ich an der Skizze weiter. Ich darf sie nur ausführen, wenn es mir wirklich gelingt eine Form zu finden, die sich mit dem Inhalt deckt. Sie darf nicht realistisch sein und sie kann nicht eine andere sein als die uns bekannt menschliche Form … die aber ganz destilliert sein muß. … In Rußland die ungeheuer wichtigen Umwälzungen. … Max Wertheimer erwartet von Rußland aus ein Hinübergreifen auf ganz Europa in demselben Geiste. Er glaubt an eine gewaltige moralische Erhebung. …

Silvester 1917: … Was hat dieses Jahr gebracht? Was hat es genommen? … Es hat nicht den Frieden gebracht. … Gegeben hat es neue Ausblicke durch Rußland. Von da ist etwas Neues in die Welt gekommen, was mir entschieden vom Guten zu sein scheint. Eine neue Hoffnung, daß in der Entwicklung der Völker in der Politik nicht wie bis jetzt nur Macht entscheidet, sondern daß „von nun an“ auch die Gerechtigkeit mitwirken soll. Die Russen haben gezeigt, daß eine Möglichkeit dazu ist und dies ist vielleicht das schönste geistige Erlebnis im letzten Jahr gewesen. Zwar wie bedrängt ist diese Erkenntnis, wie wollen die alten bösen Prinzipien sie wieder überwuchern und ersticken. Aber selbst wenn sie wieder erstickt, so ist es doch eine Weile wahr gewesen, daß sittliche Motive die Welt – oder einen Teil derselben – bewegt haben. Und schon das ist ein Gewinn. …

30. Januar 1918: Seit 3 Tagen Streik der Munitionsarbeiter. „Frieden – Freiheit – Brot“. …

3. März 1918:  … in Brest-Litowsk der Frieden mit Rußland unterzeichnet. … Barbusse („Das Feuer“) zu Ende gelesen. Gegen den Schluß läßt er an einer Stelle einen Soldaten sagen: Wenn wir dies, was wir durchmachen, nicht vergessen würden, gäbe es keinen Krieg mehr. Das ist es. Und darum soll dies Buch in Millionen von Exemplaren verbreitet werden, auch der Gleichgültigste soll dies Leiden kennen. Es ist ein Lehrbuch in eigentlichster Weise. Wenn der Krieg so ist wie er es schreibt – und er ist wohl so – wie ist es dann denkbar, daß die Menschheit – um dies Leiden wissend – es noch einmal wiederholen soll? Ach, es wird dann andere Ideologien geben, die den Menschen wieder einleuchten und man wird vergessen wollen und vielleicht noch einmal hineingeraten. Vielleicht noch mehr als einmal. Aber mit jedem Male muß das Lehrgeld, das man zahlt, ein schrecklicheres sein und endlich einmal wird die Menschheit klug werden. … Ach, heut Frieden mit Rußland – was ist das doch für ein ruhiges beglückendes Gefühl, zu wissen im Osten ist Frieden. …

1. Oktober 1918: … Deutschland steht vor dem Ende. Widersprechendste Gefühle. Deutschland verliert den Krieg. Was kommt nun? Wird das patriotische Gefühl noch einmal so aufflammen, daß eine Verteidigung bis zum letzten einsetzt? … Ich finde nichts in mir, das dazu ja sagt. … Alles flutet. Unser Kriegsunglück kann neues Leben für Deutschland bedeuten. …

15. Oktober 1918: … Die Stimmung für Verteidigungskrieg bis zum Ende wächst. Ich schreibe dagegen. …

22. Oktober 1918: … Hans Koch (Freund von Peter Kollwitz) war hier … Ich sprach mit ihm über den Dehmelschen Aufruf zum Kampf bis zum letzten und las ihm vor, was ich darüber geschrieben habe. Er sagte mir, und das war mir sehr wichtig, er würde jetzt nicht mehr freiwillig gehn. …

27. Oktober 1918: „Vorwärts“ auch „Welt am Montag“ bringen nicht, was ich gegen Dehmel geschrieben habe. Zensur. …

In ihrer „Entgegnung“ auf die Durchhalteparolen des Dichters Richard Dehmel schrieb Käthe Kollwitz am 28. Oktober 1918 im „Vorwärts“: „Es ist genug gestorben! Keiner darf mehr fallen! Ich berufe mich gegen Richard Dehmel auf einen Größeren, welcher sagte: ‚Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden‘.“ Dieses Motto – ein Goethe-Zitat aus „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ – wurde ihr Vermächtnis, und 1941 schuf sie ihre letzte, hier abgebildete Lithografie unter diesem Titel.

30. Oktober 1918: … Der „Vorwärts“ hat meine Entgegnung an Dehmel doch noch gebracht und die „Voß(ische Zeitung)“ hat sie abgedruckt. …

9. November 1918: Heut ist es wahr. Mittags nach 1 Uhr kam ich durch den Tiergarten zum Brandenburger Tor, wo gerade die Flugblätter mit der Abdankung verteilt waren. Aus dem Tor zog ein Demonstrationszug. Ich trat mit ein. … Von einem Fenster herab rief Scheidemann die Republik aus. … So ist es nun wirklich. Man erlebt es und faßt es gar nicht recht. Immer muß ich an den Peter denken. Ich glaube, wenn er lebte, würde er mittun. … Die Arbeiterzüge, die vormittag die Stadt durchzogen haben, haben Schilder vor sich hergetragen, auf denen gestanden hat: „Brüder! Nicht schießen!“ …

10. November 1918: Früh die schlimme Nachricht, daß Unabhängige und Mehrheitssozialisten sich nicht einigen können. …

11. November 1918: Einigung der Mehrheitssozialisten und Unabhängigen. Gott sei Dank! Ferner Veröffentlichung der furchtbaren Waffenstillstandsbedingungen. Nur zu hoffen, daß der Friede bessere Bedingungen bringt. Karl ist so positiv in seinem Glauben an die Revolution, daß es mir sehr fein ist. …

16. November 1918: Heut Versammlung der Eliteleute: Rathenau, Hauptmann, (Carl) Einstein usw., bekam Aufforderung, ging aber nicht hin. Ich komm in den Ruf, ein weises politisches Verständnis zu haben und stümpere mir doch mühselig meine Meinung zusammen … Ganz lächerliche Lage. …

20. November 1918: – am Bußtag – kommt abends unser Hans zurück. … Wird das Schicksal ihn uns lassen? Ich denke ja. Er ist da und wir haben das gute ruhige befriedigte Gefühl, daß der Krieg aus ist für uns. …

Quellen

Bohnke-Kollwitz, Jutta (Hrsg.) Käthe Kollwitz: Die Tagebücher. Akademie-Verlag, Berlin 1989;
958 S.
Brief an Hans Kollwitz, zitiert aus: Bohnke-Kollwitz (Hrsg.): Käthe Kollwitz: Briefe an den Sohn 1904–1945. Siedler-Verlag, Berlin 1992; 300 S.

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"Kollwitz und der Krieg", UZ vom 28. August 2026



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