Neelie Kroes im Steueroasensumpf

Die langjährige EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes war während ihrer Amtszeit zwischen 2000 und 2009 Direktorin einer Briefkastenfirma namens »Mint Holding« im Steueroasenstaat Bahamas, fanden jetzt schlaue Journalisten heraus. Die Niederländerin Kroes schützte in ihrer Zeit Privatunternehmen vor Eingriffen des Staates. Die staatliche WestLB wurde ihr größtes und berühmtestes Opfer. 2008 wurde sie mit dem »European Taxpayer Award« ausgezeichnet. Vor ihrer Amtszeit lobbyierte sie fleißig, unter anderem für die Rüstungskonzerne Lockheed Martin und Thales sowie die Frittenbudenkette McDonald’s. Selbst nach den Regeln der EU-Kommission müssen die Kommissare angeben, für welche Lobby sie eintreten und wo sie sonst noch wirtschaftliche Interessen haben. Kroes stritt zunächst alles als »nicht wahr« ab. Später schrieb ihr Anwalt: »Es wurde ein administrativer Fehler gemacht.« Kroes ist wohl ganz aus Versehen in den Steueroasensumpf geplumpst.

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"Neelie Kroes im Steueroasensumpf", UZ vom 30. September 2016



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