Schaeffler will streichen

Die IG Metall und der Konzernbetriebsrat des Auto- und Industriezulieferers Schaeffler haben die jüngste Ankündigung des Konzerns kritisiert, weitere Stellen zu streichen und Werke schließen zu wollen. Am Montag sei der Wirtschaftsbeirat des Konzernbetriebsrates über das Vorhaben informiert worden. Demnach sollen erneut rund 3.000 Arbeitsplätze in Deutschland abgebaut und mehrere Standorte geschlossen werden. Zugleich fordert Schaeffler von den Beschäftigten einen Gehaltsverzicht, sonst würde der Stellenabbau noch größer ausfallen. IG Metall und Konzernbetriebsrat kritisieren, dass die Beschäftigten einen Beitrag leisten sollen, ohne dass ihnen Arbeitsplatzsicherheit oder Standortperspektiven geboten werden.

Bereits im November 2024 hatte Schaeffler angekündigt, allein in Deutschland rund 2.800 Arbeitsplätze abzubauen. Zusätzlich wurde ein Altersteilzeitprogramm aufgelegt mit rund 1.800 abgeschlossenen Verträgen. Nun steht das nächste große Abbauprogramm an.

Nach den vorgelegten Unternehmensplanungen sollen in Europa 3.460 Arbeitsplätze abgebaut werden, davon in Deutschland rund 2.660. Insgesamt stehen hierzulande elf Standorte im Fokus: Schaeffler plant die vollständige Schließung der Standorte Dortmund (364 Beschäftigte), Berlin (259 Beschäftigte), Schwalbach (375 Beschäftigte) und Morbach (151 Beschäftigte). An sieben weiteren Standorten sind „Kapazitätsanpassungen“ vorgesehen, darunter in Herzogenaurach, Nürnberg, Höchstadt, Regensburg, Bühl und Schweinfurt.

Aus Sicht der IG Metall und des Konzernbetriebsrates reicht es nicht aus, bestehende Strukturen immer weiter zu verkleinern. Gemeinsam fordern sie ein belastbares industrielles Zukunftskonzept, das konkrete Investitionen sowie die künftige Ansiedlung von Produkten, Technologien und Wertschöpfung an den deutschen ­Schaeffler-Standorten aufzeigt.

Auch Thomas Höhn, Unternehmensbeauftragter der IG Metall für Schaeffler, kritisierte, dass eine Perspektive fehle: „Schaeffler hat heute seine Vorstellungen präsentiert: ein detailliertes Abbaukonzept für Deutschland und zugleich eine globale Wachstumsstrategie für den Konzern. Was fehlt, ist die Verbindung zwischen beidem: eine konkrete Antwort darauf, welche Produkte und Technologien künftig in Deutschland entwickelt und gefertigt werden, wo investiert wird und wie viel Beschäftigung Schaeffler hier bis 2030 sichern will.“

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"Schaeffler will streichen", UZ vom 6. November 2026



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