Scheitern eines Malers in der deutschen Politik

Im Jahr 2019 versuchten die Kollegen vom Magazin der „Süddeutschen Zeitung“ noch, das Schlimmste zu verhindern. Sie spendierten massig Platz und teuren Farbdruck, damit der Grünen-Bundestagsabgeordnete Anton Hofreiter seine Tusche-Bilder von gefährdeten Alpenblumen publizieren konnte. Später sollte die „Zeit“ Hofreiters Kunst als „fast schon kindlich anmutende Pflanzenmotive in satten Farben“ beschreiben. Das alles waren lobenswerte Bemühungen, um das Scheitern eines Malers in der deutschen Politik zu verhindern – noch dazu mit diesen Initialen. Doch sein Sturz in den Militarismus konnte auch durch die Wertschätzung seiner Kunst nicht abgewendet werden. Heute gehört Hofreiter zu den größten Hochrüstern und Scharfmachern gegen Russland. Im Podcast von „Politico“ forderte er am Montag den Einsatz der deutschen Marine gegen die russische „Schattenflotte“. „Die Schiffe gehören gestoppt, sie gehören gebordet“, verkündete er seine Freibeuterfantasien. Sogar für die drohende Eskalation hatte er eine Lösung parat: „Es braucht einen Beschluss des Bundestags, damit der Minister immer sagen kann: Die Bundesregierung und ich waren es nicht.“ Vielleicht wäre eine Auszeit gut. Möglicherweise ein Kurs an der Kunsthochschule?

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"Scheitern eines Malers in der deutschen Politik", UZ vom 30. Oktober 2026



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