Venezuela trotzt Invasionsversuch und führt Dreifrontenkrieg

Söldnerinvasion zurückgeschlagen

Carolus Wimmer, Internationaler Sekretär der PCV

Am Sonntag versuchte eine Gruppe von Söldnern, mit Schnellbooten im venezolanischen Bundesstaat La Guaira zu landen. Es kam zu einem Gefecht, dabei kamen acht Menschen ums Leben, unter ihnen sechs der Söldner. Zwei Terroristen konnten lebend gefangengenommen werden. Sturmgewehre, Munition, Fahrzeuge und andere Ausrüstungsgenstände wurden beschlagnahmt. Einer der Gefangenen steht mit der US-Antidrogenbehörde DEA in Verbindung. Laut dem venezolanischen Innenminister Néstor Reverol war es das Ziel der Terroristen, Anschläge zu verüben und gezielt Führungspersönlichkeiten der Revolutionären Regierung zu ermorden.

Die Kommunistische Partei Venezuela (PCV) verurteilt den Versuch der militärischen Invasion. Während das Land mit der Corona-Pandemie konfrontiert ist, geht von der Trump-Regierung eine beispiellose Eskalation der Gewalt gegen Venezuela aus, um die rechtmäßige Regierung von Nicolás Maduro zu stürzen.

Der Angriff der Söldner fand im Rahmen des vielschichtigen Aggressionsplans des US-amerikanischen und europäischen Imperialismus gegen Venezuela statt. Es zeigt sich einmal mehr, dass die Regierung der USA mit der Komplizenschaft der paramilitärischen und terroristischen Regierung von Iván Duque in Kolumbien destabilisierende Aktionen vorbereitet mit dem Ziel, Gewalt auf venezolanisches Territorium zu tragen. Es ist an der Zeit, die venezolanischen patriotischen und antiimperialistischen Kräfte zu vereinen. Zu diesem Zweck ist es unerlässlich, die Rolle der Arbeiterklasse und der Werktätigen in Stadt und Land in Richtung des politischen Prozesses in Venezuela und für ihre gerechten Forderungen zu stärken.

In dieser Stunde neuer Aggressionen des Imperialismus und seiner äußeren und inneren Lakaien ist die internationale Solidarität, die von den Völkern der Welt und ihren demokratischen, fortschrittlichen und revolutionären Organisationen stets geübt wurde, noch viel nötiger als bisher, um gegen die Einmischung der USA zu kämpfen, die Aufhebung einseitiger Zwangsmaßnahmen zu fordern und die verbrecherische Blockade gegen Venezuela zu beenden.
Der 1. Mai, wie ihn Venezuela noch nie erlebt hat, stand im Zeichen der Pandemie. Trotzdem war es ein kämpferischer Tag der PCV und der Nationalen Front für den Kampf der Arbeiterklasse (FNLCT) innerhalb eines breiten antiimperialistischen und antikapitalistischen Bündnisses. Im ganzen Land gab es viele kleinere Aktionen. Dieser 1. Mai wurde durch drei Themen bestimmt: den Kampf für Frieden und Souveränität, zweitens die Verteidigung der Rechte der Arbeiterklasse und den Kampf gegen den Kapitalismus und drittens den Kampf gegen die Corona-Pandemie.

Venezuela läuft derzeit Gefahr, ein neuer Kriegsschauplatz zu werden. Trump verhält sich weiter wie ein selbstgerechter Kolonialherr. Erst brüllt er, dass Präsident Maduros Tage gezählt seien, dann setzt er 15 Millionen Dollar Kopfgeld, lebend oder tot, auf ihn aus. Weiter begrüßt er die Tatsache, dass die Strategie zur finanziellen Erdrosselung Venezuelas wirksam sei: „Die Druckkampagne gegen Venezuela funktioniert. Die von uns verhängten Finanzsanktionen (…) haben die Regierung gezwungen, sowohl mit den Staatsschulden als auch mit den Schulden ihrer Ölgesellschaft PDVSA in Verzug zu geraten. Und was wir sehen (…) ist ein totaler wirtschaftlicher Zusammenbruch in Venezuela. Unsere Politik funktioniert also …“

Die Wirtschaft und das normale Leben der venezolanischen Familien sind von der Blockade und den Sanktionen stark betroffen. Sie müssen dazu noch unter ständigen Kriegsdrohungen seitens der USA und der NATO leben.
Die Pandemie, die die Menschheit plagt, hat allen die Grenzen der kapitalistischen Produktionsweise offenbart. Es ist offensichtlich, wie die Entwicklung der Produktivkräfte, wenn sie durch die überholten kapitalistischen Produktions- und Aneignungsverhältnisse behindert wird, nicht nur eine größere Anfälligkeit der Gesellschaft für mögliche Gesundheits-, Umwelt- und andere Krisen schafft, sondern auch den koordinierten und effizienten Einsatz der Kräfte der Gesellschaft verhindert, die diese Art von Epidemien und Bedrohungen überwinden könnten.

Deshalb fordert die Arbeiterklasse an diesem 1. Mai weiter das sofortige Ende der US-Blockade und der Wirtschafts- und Finanzsanktionen der USA und Europäischen Union.

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"Söldnerinvasion zurückgeschlagen", UZ vom 8. Mai 2020



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