Der Krieg Israels und der USA gegen den Iran hat am Golf „die Karten neu gemischt“. Die Staaten des Golf-Kooperationsrats gehen dabei unterschiedliche Wege.
Bahrain unterstützt die USA in ihrem Versuch, im UN-Sicherheitsrat die Verantwortung an der Situation am Golf auf den Iran zu schieben und den Überfall der USA und Israels vergessen zu machen. Der Oman sucht die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Iran. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) dagegen suchen den Schulterschluss mit USA und Israel – bis hin zur Stationierung israelischer Truppen auf dem eigenen Territorium. Das wird nicht ohne Auswirkung auf den BRICS-Gipfel in Indien bleiben, wo die Kriegsgegner Iran und VAE an einem Tisch sitzen sollen.
Katar und Saudi-Arabien verfolgen eine zurückhaltendere Politik – bis zur zeitweiligen Weigerung, den saudischen Luftraum für Donald Trumps „Project Freedom“ zur Verfügung zu stellen. Saudi-Arabien hat eigene Prioritäten: Noch immer steht die „Vision 2030“ an, die das Königreich endgültig in die Moderne führen soll und in eine Zukunft, in der nicht mehr das Öl im Mittelpunkt stehen soll. Es bedurfte offenbar mehrerer Anrufe Trumps beim saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman, bis Luftraum und Stützpunkte wieder freigegeben wurden.
Der große Verlierer des Krieges sind die VAE. Neben den fehlenden Gewinnen im Öl- und Gasgeschäft verliert Dubai auch seine Touristenströme, Hotelschließungen und Arbeitsplatzverluste sind die Folge. Luxussuiten sind zum „Schnäppchenpreis“ von 800 US-Dollar für ein Wochenende für zwei Personen zu haben. Die Rating-Agentur Moody’s erwartet für das zweite Quartal eine Hotelbelegung von 10 Prozent – statt der durchschnittlichen 80 Prozent.
Die Gewinner auf der anderen Seite sind Investoren in den USA. Der permanente Wechsel von Kriegsdrohungen und Friedensversprechungen, den US-Präsident Trump betreibt, macht Investoren mit Kenntnissen über seinen nächsten Post reich. Die frühere republikanische Kongressabgeordnete Marjorie Taylor Greene schreibt auf X: „Wann werden wir endlich alle begreifen, dass das hektische Auf und Ab der Kriegsrhetorik lediglich dem Insiderhandel dient?“
Versuche der USA, die Kontrolle über die Straße von Hormus zu übernehmen, sind gescheitert. Der Iran griff mit Drohnen und Raketen US-Kriegsschiffe an, die die Straße von Hormus passieren wollten. Die USA reagierten mit Luftangriffen, doch beide Seiten wollten eine weitere Eskalation vermeiden. Auch zivile Schiffe, die versuchen, ohne Einwilligung des Iran die Straße von Hormus zu passieren, werden angegriffen. So wurde am Sonntag ein Frachter vor der Küste von Katar beschossen und geriet in Brand. Schiffe befreundeter Staaten dagegen können passieren.
Eine Milliarde Barrel Öl haben wegen der Blockade bisher die Märkte nicht erreicht, erklärte der CEO des Öl-Unternehmens Saudi-Aramco. Tendenz: Weiterhin steigend, solange es keine Einigung zwischen den USA und dem Iran gibt. Für Saudi-Arabien dank hoher Preise und einer Pipeline, die den Engpass von Hormus umgeht, ein gutes Geschäft.
Die USA stehen vor einem Dilemma. Der Widerstand im Militär wächst. Zu hoch waren die Verluste an Gerät, Radaranlagen, Präzisionswaffen und Raketenabwehr, um den Krieg nach Belieben fortzusetzen. Doch eine andauernde Blockade von Hormus wäre Gift für die internationale Wirtschaft und die Profite. Das „Project Freedom“, das den Gordischen Knoten lösen sollte, war gescheitert. Auch in seiner letzten Antwort auf die Forderungen der USA verlangt der Iran die Aufhebung der Sanktionen, einen Waffenstillstand in der gesamten Region, Reparationen und die Kontrolle über die Straße von Hormus. Für Trump völlig inakzeptabel.









