Pressemitteilung der DKP Potsdam & Umland

Staudenhof erhalten – keine weiteren Privatisierungen

Der Bau- und der Hauptausschuss der Landeshauptstadt Potsdam haben dem Abriss des Wohnhauses am Staudenhof zugestimmt und damit den Weg für hochwertige Wohnbebauung freigemacht. Die Pro Potsdam GmbH hat mit einem, von ihr in Auftrag gegebenen, Gutachten „nachgewiesen“, dass eine Sanierung sehr viel teurer ist, als die Neubebauung. Was selbst beauftragte Gutachten wert sind, sollten sich alle bewusst sein, wenn man sich entsprechende Dokumente zum Flughafen Schönefeld oder zum Projekt Stuttgart 21 ansieht. Was politisch oder ökonomisch gewollt ist, kann man mit viel Papier begründen. Im Gutachten zum Staudenhof wird u.a. der Neubau mit den entsprechenden Fördermitteln berechnet, die Sanierung ist völlig fördermittelfrei. Allerdings ist der Abriss des Wohnhauses am Staudenhof der Beleg für die Kontinuierliche Stadtpolitik Potsdams seit 1990. Spuren der DDR sollen getilgt werden (Schwimmhalle, Fachhochschule, Hotel Mercure), das preußische Potsdam soll wieder erstehen und damit auch der Geist dieser Zeit. Da hilft auch keine Stellungnahme des Bund Deutscher Architektinnen und Architekten. In dieser wir die Erhaltung des Staudenhofes gefordert und das Gutachten der Pro Potsdam GmbH kritisiert. Nicht zuletzt kann man bei einer Neubebauung den Baugrund gewinnbringender vermarkten. Statt eines T-Riegels würde ein ganzes Karree entstehen. Natürlich mit Sozialwohnungen. Es sollen dreiviertel der Wohnungen mit Belegungsbindung gebaut werden. Nur diese Belegungsbindung ist endlich.

Der Staudenhof ist ein weiteres Beispiel, wie in der Stadt Potsdam mit Bürgerwillen umgegangen wird. Das Bürgerbegehren gegen den Bau der Garnisionkirche wird so gedreht, dass die Stadt zum Schein darauf eingeht, aber in Wirklichkeit nicht den kleinsten Finger rührt um den Bürgerwillen umzusetzen. Das Bürgerbegehren zur Mitte Potsdams verläuft ebenfalls in Sande, die Fachhochschule ist den Erdboden gleichgemacht um die „historische Mitte“ Preußens wieder auferstehen zu lassen und das Thema Staudenhof wird mit o.g. Ergebnis verschoben. Das Bürgerbegehren für eine Gesunde Zukunft wird nur halbherzig und zögerlich umgesetzt. Von ausreichendem Personal bzw. einem Personalbemessungstarifvertrag an dem Klinikum Ernst von Bergmann ganz zu schweigen.

Die DKP Potsdam und Umland fordert:

  • Der Staudenhof muss als Teil des letzten Restes DDR Architektur erhalten werden.
  • Zur Entschlussfassung müssen unabhängige Gutachten zu Rate gezogen werden.
  • Ökologische Sanierung statt ressourcenschädlichen Neubau.
  • Keine weitere Veräußerung von gemeinschaftlichem Eigentum an Grund und Boden an private Eigentümer jeglicher Art.
  • Der Wille der Potsdamer Bürger muss auch außerhalb von Wahlen Maßstab des Handelns in Potsdam sein.



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