In den vergangenen drei Jahren hat die Zahl von Bundeswehr-Feriencamps für Jugendliche deutlich zugenommen. Das geht aus einer Anfrage der Fraktion „Die Linke“ im Deutschen Bundestag hervor. Die Zahl der durchgeführten Ferienlager und Veranstaltungen ist von 55 im Jahr 2023 auf 86 im vergangenen Jahr angestiegen. Wie bereits bei vorhergehenden Anfragen gab die Bundesregierung nicht an, wie alt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Camps waren. Nur bei einem Bruchteil der Lager konnte auf ein Mindestalter von 17 oder 18 Jahren verwiesen werden. Bei der Zunahme der Veranstaltungen handele es sich um „eine massive Ausweitung der militärischen Nachwuchswerbung“, zitiert der „Spiegel“ Desiree Becker, Sprecherin für Friedens- und Abrüstungspolitik der Linksfraktion im Bundestag. „Die Bundeswehr dringt gezielt in die Freizeit von Minderjährigen vor, genau in jene Räume, in denen Kinder und Jugendliche besonders empfänglich für Einflussnahme und daher schutzbedürftig sind.“ Das Militär werde als „Abenteuererlebnis“ verkauft. Für die Richtigkeit dieser These sprechen auch die Namen der Camps, die in der Antwort der Bundesregierung auf die Anfrage benannt sind. Dort aufgezählt werden unter anderem das „Bootcamp Ostfriesland“, „Women & Action“, „5 Tage in den Bergen“ oder „Bayern schnuppert Seeluft“.
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"Werbung verstärkt", UZ vom 22. Mai 2026







