Trotz Krise: BMW schließt Geschäftsjahr 2025 mit solidem Ergebnis ab

BMW geht’s gut – und wie geht’s den Arbeitern?

Auf Draht

Die aktuelle Ausgabe der Betriebszeitung „Auf Draht“, die von der DKP München und der Gruppe KAZ München herausgegeben wird, befasst sich mit der Lage bei BMW. Wir dokumentieren den Beitrag in bearbeiteter Fassung.

Rückblickend war die Münchner Autobude technisch schon immer an der Spitze. Schon in den 1980er Jahren stellte die „Süddeutsche Zeitung“ fest: „BMW hat heute die modernste Fertigung der westdeutschen Autoindustrie, wenn nicht der Welt.“ Das bedeutete einen hohen Automatisierungsgrad und den frühen Einsatz von Robotern. Heute können auf einem Band verschiedene Modelle montiert werden. Dazu kommt, dass BMW einflussreiche Lobbyisten im EU-Apparat hat wie den CSU-Mann Weber, Führer der Schwarzen im EU-Parlament. Der sorgt dafür, dass der Verbrenner weiter stinken kann.

Was bremst die Premium-Konkurrenten? Audi und Porsche leiden unter dem Chaos beim Mutterkonzern VW. Der Porsche-Clan regiert „top down“ mit Fürstenherrlichkeit. Zaudern vor der vermuteten Meinung des Clanchefs Wolfgang Porsche gilt weiterhin als gefährlich. Unterdessen arbeitet BMW mit der Technischen Universität München (TUM) zusammen und spendet auch mal was. Es wird experimentiert und wenn nötig auch rechtzeitig abgehakt, wie im Jahr 2022 beim elektrischen i3. Bekannt ist das schnelle Reagieren bei Problemen wie etwa bei Lieferketten sowie das Auspressen der Zulieferer. Niemand kann dem BMW-Management Fehler vorwerfen; es arbeitet optimal – im Sinne der Vermehrung des BMW-Kapitals.

Bei Mercedes ist der Gewinneinbruch um fast 50 Prozent eine Folge des frühen und teuren Umschaltens auf E-Mobilität, da die Lade-Infrastruktur noch in den Anfängen steckt. BMW fährt hingegen zweigleisig und setzt aktuell auf „Technologieoffenheit“ bei der Transformation zur E-Mobilität. Der Verbrenner bleibt auf dem Tisch. Der Aktienbesitz des Stuttgarter Autobauers ist weit gestreut. Ein beherrschender Aktionär wie die Quandt-Erben bei BMW fehlt. Da spielt dann auch die gute Laune des Clanchefs (Scheich) der Al-Sabah von Kuwait eine Rolle. Im Staatsbesitz sind da 5 Prozent der Mercedes-Aktien. Die chinesische BAIC-Gruppe hält übrigens fast 10 Prozent. Was alle deutschen Monopolisten betrifft: Die Zeiten sind vorbei, als China die deutsche Autoindustrie rettete. China baut jetzt die besseren Autos für seinen Binnenmarkt.

Was heißt das für die BMW-Arbeiter? Das hochprofitable Unternehmen BMW hat eine Schwachstelle: die denkenden Arbeiter. In der kommenden IG-Metall-Tarifrunde im Oktober können die BMW-Arbeiter eine wichtige Rolle spielen: Wenn’s BMW so gut geht, dann holen wir uns was! Dabei ist die Rolle der ausgeprägten Sozialpartnerschaft bei BMW nicht zu vergessen. Lasst euch vor lauter Rücksicht auf den Profit der Quandt-Erben nicht zu Bettlern um ein paar Euro machen! Die Inflation galoppiert! Lohnkampf heißt nichts anderes, als dass wir uns einen möglichst großen Teil des Wertes holen, der alleine aus unserer Arbeit entsteht – was den Profit schmälert. Die Herrschenden – wie zum Beispiel der BMW-Clan – sagen richtig: Das ist Klassenkampf.

Profit!
Profit ist jener Teil des geschaffenen Werts, der dem Besitzer der Fabrik bleibt, nachdem er seine Arbeiter entlohnt hat. 10,2 Milliarden Euro betrug das operative Ergebnis der BMW Group im Jahr 2025. Operativ heißt, wie effektiv am Band gearbeitet wurde – oder ausgebeutet, wie wir sagen. Es ist das Ergebnis vor Steuern und Zinsen. Die Kapitalisten bezeichnen dies kurz als EBIT. Wir sagen: Das ist der Profit! Die Quandt-Erben Susanne Klatten und Stefan Quandt halten gemeinsam rund 50,2 Prozent der Stammaktien der BMW AG. Sie erhalten für das Jahr 2025 schätzungsweise 1,2 Milliarden Euro, Dividende genannt. Das wären etwa 8.000 Euro für jeden BMW-Mitarbeiter weltweit. Susanne Klatten und Stefan Quandt halten 50,2 Prozent der insgesamt 561 Millionen Stammaktien. Pro Stammaktie erhalten sie 4,40 Euro. Die Dividendenausschüttung liegt damit (geschätzt) bei 1.239.434.824 Euro.

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"BMW geht’s gut – und wie geht’s den Arbeitern?", UZ vom 8. Mai 2026



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