Pressemitteilung des Bündnisses „Jugend gegen Nato“

Bochum, NATO-frei

Ein Bündnis aus verschiedenen Jugendorganisationen ruft zu einer Kundgebung am 15. Januar um 14 Uhr am Husemannplatz in Bochum auf, um gegen die Bewerbung der Stadt Bochum für den NATO-Stützpunkt zu demonstrieren. Wir dokumentieren an dieser Stelle die Pressemittelung von „Jugend gegen NÁTO“:

Im Herbst letzten Jahres wurde bekannt, dass die Stadt Bochum sich als neuen Standort für einen NATO-Stützpunkt beworben hat. Auf dem ehemaligen Opelgelände in Laer soll das neue Hauptquartier der „NATO Communications and Information Agency“ (NCIA) entstehen.

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Die Agentur ist dafür zuständig, die digitale Infrastruktur und die Kommunikationssysteme der NATO vor Angriffen zu schützen. Die zunehmend digitalisierte Kriegsführung führt zu einer vielfachen infrastrukturellen Vernetzung, über die die verschiedenen Nationen ihre Angriffe koordinieren können. Je vernetzter die Kriege sind, desto attraktiver wird es für die Gegenparteien sich genau in diese Strukturen einzuhacken, Daten abzugreifen, Verbindungen lahmzulegen oder die Kommunikation zu stören. Das bedeutet, die NCIA ist dafür zuständig, dass die NATO ungestört Angriffe durchführen kann. Diese Cyberattacken zu verhindern, zählt zu den Hauptaufgaben der NCIA. Darüber hinaus übernimmt die Agentur eine zentrale Rolle in der unmittelbaren Kriegsvorbereitung durch Spionage, Sabotage und Koordination von Cyberattacken. Sie ist dafür zuständig bei potenziellen Gegnern nach Lücken in der Kommunikationsinfrastruktur zu suchen und dort Viren und Trojaner zu platzieren, mit denen im Ernstfall die Software beeinflusst werden kann. Die NATO würde aus Bochum Krieg in aller Welt führen. Kriege finanziert mit Geldern, die für Schulen, Ausbildungsplätze, Kulturangebote, Freizeitangebote usw. dringend benötigen würden.

Gegen dieses Vorhaben gründete sich daraufhin ein Bündnis aus mehreren Jugendorganisationen in Bochum „Jugend gegen Nato“, das am kommenden Samstag, den 15.01.22 um 14 Uhr eine Kundgebung gegen die geplante NATO-Agentur auf dem Husemannplatz in der Bochumer Innenstadt abhalten wird. Trotz der Beschwichtigungen des Bundesministeriums für Verteidigung, dass Bochum aktuell nicht bevorzugter Standort für die NCIA sei, möchte es auf die Cybekriegsführung der NATO aufmerksam machen und sich gegen Krieg aus Bochum positionieren bis das Thema endgültig vom Tisch ist.



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