„friendly fire“

Endlich ist es soweit: Die deutsche Marine ist im Kriegseinsatz, die Fregatte „Hessen“ im Roten Meer im Kampf gegen die „Huthi-Rebellen“. Die Freude war groß. „Die Fregatte ist der ganze Stolz der Marine“, wusste „tagesschau.de“ in einem Bericht über den Truppenbesuch von Boris Pistorius vor dem Auslaufen zu berichten. „Unser Goldstandard“ ließ sich der Kriegsminister zitieren. Auch Kommandant Kübsch war siegessicher: „Wir sind bestens vorbereitet. Seit zwei Jahren üben, üben, üben wir für den Ernstfall.“

So viel geübt – und leider doch nicht getroffen. Ins Visier geraten war eine US-Drohne vom Typ „Reaper“. Ein technischer Defekt der deutschen Flugabwehrraketen verhinderte allerdings den Abschuss. Der „Stern“ versicherte, dass Kapitän und Mannschaft alles richtig gemacht hätten. Allein die veraltete Radaranlage sei nicht in der Lage, die Drohnentypen zu unterscheiden. Zum Weiterüben fehlt nun dummerweise die Munition. Schade, mit „friendly fire“ wäre die Fregatte „Hessen“ fast doch noch Bestandteil einer Friedensmission geworden.

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Über die Autorin

Wera Richter, geboren 1969, ist stellvertretende Parteivorsitzende der DKP und Chefredakteurin der UZ. Die journalistische Laufbahn begann in jungen Jahren mit einem Praktikum bei der UZ mit Rolf Priemer als Chefredakteur. Damals wurde die UZ wieder Wochenzeitung. Später arbeitete die gelernte Gärtnerin im Ressort Innenpolitik der Tageszeitung junge Welt. Auf dem 20. Parteitag der DKP 2013 wurde Wera Richter zur stellvertretenden Parteivorsitzenden gewählt und übernahm die Verantwortung für die Organisationspolitik. Ein Job, den sie in der SDAJ kennen und lieben gelernt hatte. 2020 löste sie Lars Mörking als UZ-Chefredakteur ab.

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"„friendly fire“", UZ vom 8. März 2024



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