Ganztagsbetreuung für Grundschüler

Darauf hat man in der BRD lange gewartet: die Regierungsparteien haben sich geeinigt, dass es ab dem Schuljahr 2026/27 einen Anspruch auf eine Ganztagsbetreuung für Grundschüler geben soll. Ein Novum für die BRD, das es in der DDR schon vor rund 70 Jahren gab. Bereits in den 1950er Jahren wurde dort die Ganztagskinderbetreuung eingeführt, damit Frauen aktiv am gesamten gesellschaftlichen Leben teilnehmen konnten – Berufstätigkeit natürlich inklusive. Das war mit der Konterrevolution vorbei.

In der BRD von heute hat man keine große Wahl, ob man arbeiten gehen oder das Kind lieber selbst betreuen möchte. Lohnverluste, immer weiter steigende Kosten und hohe Mieten treffen für einen die Entscheidung: Ein Gehalt reicht nicht mehr für eine Familie, davon können Alleinerziehende schon lange ein Lied singen. Mitten im Wahlkampftrubel soll nun die größte Not bei der Kinderbetreuung gelindert werden. Wie viel ein Rechtsanspruch auf Betreuung in der BRD wert ist, kann man die Eltern von Kindern im Kita-Alter fragen.

Über den Autor

Christoph Hentschel (Jahrgang 1980) ist Politikwissenschaftler und Redakteur für „Politik“. Er arbeitet seit 2017 bei der Zeitung der DKP.

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"Ganztagsbetreuung für Grundschüler", UZ vom 10. September 2021



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