Gegenwehr jetzt!

Die IG Metall ruft am 21. September zum bundesweiten betrieblichen Aktionstag in der Automobil- und Zuliefererindustrie auf. Die Kapitalseite will Arbeitsplatzabbau im großen Stil, Werkschließungen, Verlagerungen ins Ausland und Angriffe auf die Arbeitszeit, auf Arbeitsbedingungen sowie tarifliche und betriebliche Standards durchsetzen. Die Gewerkschaft fordert dagegen Investitionen in die Standorte statt eines Geldregens für die Aktionäre. Sie will die 35-Stunden-Woche verteidigen und schlägt vor, bei Management, Produktdschungel und Bürokratie zu sparen.

Statt Forderungen zu formulieren, die sich darüber hinaus gegen den stattfindenden Sozialkahlschlag richten, wird die Politik von der IG Metall vor allem dazu aufgefordert, dem Kapital einen günstigeren Strompreis zu subventionieren, Bürokratie abzubauen, Finanzhilfen für Zulieferer im Umbau (Transformation) bereitzustellen und Schlüsselindustrien zu fördern. Angesichts der größten Angriffe auf die sozialen Errungenschaften der Arbeiterklasse ist das nicht die notwendige Antwort. Es braucht klare Forderungen und Aktionen gegen die Angriffe auf unsere Rente, unser Gesundheitswesen, unsere Arbeitszeit und den Befristungswahn.

Die Vorbereitung des Aktionstags ist in den Betrieben angelaufen. Die bisher geplanten Aktionsformen werden aber nicht reichen, um die Angriffe der Konzernvorstände und der Regierung abzuwehren. Denn dabei handelt es sich um einen Klassenkampf von oben, dem ein Klassenkampf von unten entgegengesetzt werden muss.

In der Petition „Gegenwehr jetzt!“, die von Mercedes-Betriebsräten und Vertrauensleuten aus Untertürkheim initiiert wurde, heißt es klar und deutlich: „Den Generalangriff der Bosse und ihrer Regierung stoppen. Für kämpferische Gewerkschaften. Für die Verteidigung unserer Errungenschaften (…). Die Angriffe werden nicht aufhören, wenn wir stillhalten. Unsere Inte­ressen werden nicht dadurch verwirklicht, dass wir die Gegensätze zwischen Kapital und Arbeit ausblenden. Sie werden durch Protest, Widerstand und notfalls Streik durchgesetzt.“

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"Gegenwehr jetzt!", UZ vom 11. September 2026



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