Stimmen zu den UZ-Friedenstagen

Gemeinsam feiern – gemeinsam kämpfen

Das letzte Augustwochenende klingt nach. Die UZ-Friedenstage waren ein Ort der Diskussion unter Friedenskräften und ein Ort der Begegnung, der Mut gemacht hat für die kommenden Kämpfe. Berichte über einzelne Runden gibt es in einem Dossier.

Im Folgenden dokumentieren wir Stimmen unserer Gäste und von Künstlerinnen und Künstlern und Referenten, die die UZ-Friedenstage mit uns gestaltet haben.

Ich habe zum zweiten Mal an den UZ-Friedenstagen teilgenommen und war wirklich begeistert. Ein junger Genosse sagte am Rande zu mir: „Was die DKP echt besonders macht, ist der Wissens­transfer, die Möglichkeit, so lange gesammelte Erfahrungen an neue Generationen weiterzugeben“. Man konnte in Berlin sehen, dass er Recht hat. Jung und Alt feierten gemeinsam, nahmen an gut besuchten Veranstaltungen teil, diskutierten, tranken und tanzten zusammen. Besonders beeindruckend fand ich es, den 89-jährigen Egon Krenz kennenzulernen, den letzten Staatsratsvorsitzenden der DDR. Er stellte dar, wie sich die DDR trotz Mängeln und Schwierigkeiten über 40 Jahre lang als ein Land behaupten konnte, das keine Altnazis und Partner der Großkonzerne in der Regierung hatte und immer eine Außenpolitik des Friedens verfolgte. In der künstlerisch begleiteten Matinee zur Geschichte kommunistischer Bewegungen in Ost und West wurde diese Entwicklung dem KPD-Parteiverbot im Westen gegenübergestellt, aber auch dem Durchhaltevermögen und der Energie damaliger alter wie junger Kader, die der Gefahr eines weiteren Verbots trotzten und sich als DKP neu konstituierten. Dafür bin ich heute sehr dankbar.

Nonni Morisse, Gewerkschafts­sekretär in Bremerhaven

Ihr seid nicht erst seit der ungeheuerlichen Wahl in Sachsen-Anhalt die Partei, die mir am meisten am Herzen liegt. Das hat nichts mit Wahlergebnissen zu tun, die ja für euch meist recht klein sind. Es hat mit politischem Charakter zu tun und der Klugheit, diesen an den richtigen Stellen richtig einzusetzen. Ich, die ich mich zeitlebens als Marxistin, auch Leninistin fühle, bin froh, dass es euch gibt, die ihr den immer noch ausgesprochen nötigen Gedanken Raum und Heimat gebt. Im Übrigen bin ich froh wegen des UZ-Friedensfestes, nicht nur, weil es auch mir Möglichkeiten gegeben hat, meine politische Haltung auf der Bühne zu zeigen, sondern weil der Gedanke um den derzeit so bedrohten Frieden euch nicht nur so eben mal ein Fest feiern lässt, sondern täglich geschriebene und gelebte Praxis ist. Bleibt um Gottes Willen so, weil, einen guten Marxisten verlässt der liebe Gott nie, wie wir früher gerne gewitzelt haben.

Gina Pietsch, Sängerin und Brecht-Interpretin

Mich hat besonders die große Zahl so motivierter junger Leute berührt. Ich erinnerte mich, wie ich damals als Mitglied des Oktoberklubs beim Gründungskongress der SDAJ zu Gast war, und sah nun, dass diese Saat bis heute immer wieder aufgegangen ist. Ein besseres Zukunftsgefühl stellt sich ein, wenn man diesen politisch wachen, solidarischen Jungs und Mädels begegnet, die so vernünftig wie übermütig für unsere Sache streiten. Denen Linkssein keine Mode ist, sondern die vernünftige Bewegungsform in den nach Krieg und Unrecht schreienden kapitalistischen Verhältnissen. Zwei SDAJlerinnen traf ich wieder, die mir schon früher ihre aktuelle Version von „Dann mach doch mal einen Verbesserungsvorschlag“ vorgetragen hatten. Tolle linke Einmischung vor Ort! Zugleich den Blick gerichtet auf die Horizonte: Ändert die Welt, sie braucht es! Was auch die Fäuste meinten, die sich bei der „Internationale“ reckten. Gesungen in vielen Sprachen, dass es das Herz wärmte.

Hartmut König, Mitbegründer des Oktober­klubs

Die UZ Friedenstage sind zwar schon vorüber, aber für mich ist das Erlebnis noch lange nicht vorbei. Diese knapp drei Tage in Berlin waren ein spaßiges Erlebnis, sei es durch das gemeinsame Singen mit Hartmut König oder schlicht zu hören, welche lustigen Geschichten alte Bekannte von weither so zu erzählen haben. Die Friedenstage hatten auch eine lehrreiche Seite, so haben ich und meine Genossen uns auch nach einer langen Nacht mit großem Inte­resse angehört, was Egon Krenz über die Vereinigung von KPD und SPD zu erzählen hatte. Aber vor allem, und das war für mich das Besondere, waren die Friedenstage ein Ort, an dem ich mich mit Genossinnen und Genossen aus der ganzen Bundesrepublik über die Erfahrungen, Kämpfe und Probleme austauschen konnte. Das begleitet mich und viele andere jetzt, bei der Vorbereitung des Schulstreiks am 25. September, Die Friedenstage haben deutlich gemacht, dass wir nie allein in unserem Kampf sind. Ich danke allen, die das Fest ermöglicht haben.

Elias Bernhard, 16 Jahre, Schüler aus Hamburg

Die UZ-Friedenstage dieses Jahr waren eine wirklich insane peake Veranstaltung. Es waren Tage des Feierns, des Lernens, des Kennenlernens neuer Genossinnen und Genossen; Tage der Freude, des Erinnerns, der Hoffnung, des Kämpfens. Die Tage waren gefüllt von Spaß, ob übers Gelände laufen und sich einfach unfassbar freuen über die Selbstverständlichkeit von einem solidarischen Miteinander, oder zusammen im stickigen Raum sitzen und Lieder aus der Proletenpassion zu singen. Bis dann alle bei Jalava aufstehen und nochmal extra laut mitsingen. Es gab auch Raum, um Kontroversen auszutragen, zum Beispiel bezüglich der Position zu Russland, bei der teilweise sehr verschiedene Meinungen beziehungsweise Analysen aufeinandertrafen. Die Euphorie und den Mut, den es uns gegeben hat, die Kraft, weiterzumachen, weiter gegen die Wehrpflicht und für den Sozialismus zu kämpfen. Realtalk, Highlight der Sommerferien!

Casey, 18 Jahre alt, aktiv in der SDAJ Karlsruhe und im Schulstreikkomitee gegen die Wehrpflicht

Die UZ-Friedenstage haben auch uns als FreeWilly Kraft und Motivation zum Weiterkämpfen gegeben. Die lange Anreise aus Österreich – Klassenkampf ist selbstverständlich international – und die Organisierung der Band haben sich sehr gelohnt. Der Imperialismus mag wütender denn je um sich schlagen – wir geben uns gegenseitig Kraft und Mut und die UZ-Friedenstage waren nicht nur sehr, sehr notwendig sondern auch sehr, sehr schön. Mit euch zu diskutieren, zu feiern und zu tanzen ist unbeschreiblich. Ein herzliches Danke an die Redaktion der UZ, die Organisation, die DKP und die vielen Helferinnen und Helfer, die immer ruhig und freundlich geblieben sind, wie hoch der Stresslevel auch war. User besonderer Dank gilt natürlich unseren unbezahlbaren Betreuerinnen auf und hinter der Bühne, Melina, Anke und Fabienne.

Wir freuen uns auf ein nächstes Mal – beim Kämpfen und beim Feiern!
Hoch die internationale Solidarität!

FreeWilly
freewilly.org

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"Gemeinsam feiern – gemeinsam kämpfen", UZ vom 18. September 2026



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