Jüdische Berlinerinnen fordern das Recht auf Erinnerung – Auch für Palästinenserinnen

Knapp 500 Teilnehmer folgten der Einladung des Vereins „Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost“ am vergangenen Samstag in Berlin. Die Demonstration unter dem Motto „Jüdische Berlinerinnen fordern das Recht auf Erinnerung – auch für Palästinenserinnen“ sollte das Gedenken an die Nakba (Katastrophe) ermöglichen. Demos palästinensischer Organisatoren waren verboten worden. „Dass wir uns hier heute in der Öffentlichkeit versammeln dürfen, ist fast ein Wunder“, sagte Udi Raz auf der Kundgebung. Er wollte der „Stimme vieler Jüdinnen und Juden (…) jenseits vom herrschenden zionistischen, rassistischen, anti-palästinensischen Diskurs“ Ausdruck verleihen. Allein, das Wunder währte nicht lang. Die Polizei löste die Versammlung gewaltsam auf, nahm die jüdische Anmelderin in Gewahrsam. Der Grund? Natürlich, Antisemitismus! Welche Äußerungen genau gemeint waren, sagten die Beamten nicht. Müssen sie auch nicht. Bei diesem Vorwurf reicht die Behauptung ja bekanntlich aus. Doch wenn das so einfach ist, welche Haltung darf man dann der Berliner Polizei unterstellen, die Jüdinnen und Juden ihre politische Haltung vorschreiben will? Welche politische Gesinnung haben wohl die Beamten, die am 8. und 9. Mai die Fahnen der Befreier von Auschwitz verboten haben?

Über den Autor

Vincent Cziesla, Jahrgang 1988, ist seit dem Jahr 2023 Redakteur für das Ressort „Politik“. Der UZ ist er schon seit Jahren als Autor und Verfasser der „Kommunalpolitischen Kolumne“ verbunden. Während eines Praktikums lernte er die Arbeit in der Redaktion kennen und schätzen.

Cziesla ist Mitglied des Neusser Stadtrates und war von 2014 bis 2022 als hauptamtlicher Fraktionsgeschäftsführer der Linksfraktion in Neuss beschäftigt. Nebenberuflich arbeitet er in der Pflege und Betreuung von Menschen mit Behinderung.

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"Jüdische Berlinerinnen fordern das Recht auf Erinnerung – Auch für Palästinenserinnen", UZ vom 26. Mai 2023



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