Friedensdemonstration am 24. April in Torgau

Mahngang über die Elbe

Herbert Münchow, Wera Richter

Wir versprachen einander, dass die Nationen der Erde in Frieden leben sollten und müssten“, berichtete der US-amerikanische Schütze Joe Polowsky über seine Begegnung mit sowjetischen Soldaten am 25. April 1945 in der Nähe von Torgau. Sein Grab, das sich in der Elbestadt befindet, zeugt noch immer von seinem lebenslangen Engagement für den Frieden. Der Schwur Polowskys und seiner Kameraden ist eine eindringliche Mahnung. Vor annähernd 80 Jahren, im Juni 1941, überfiel Nazideutschland die Sowjetunion mit der Absicht der totalen Vernichtung; die imperialistische Invasion Japans in China dauerte zu diesem Zeitpunkt bereits einige Jahre. Unermessliches Leid wurde durch den Zweiten Weltkrieg über die Menschheit und die Völker gebracht, das deutsche Volk eingeschlossen. Trotzdem werden heute die Kriegstrommeln wieder gerührt – gegen Russland und China.

Seit mehreren Jahren organisiert die DKP gemeinsam mit Bündnispartnern wie der Gesellschaft zur Rechtlichen und Humanitären Unterstützung (GRH), dem Revolutionären Freundschaftsbund (RFB) und „aufstehen“ eine Friedensdemonstration zum Jahrestag der Begegnung an der Elbe. Vor Ort im sächsischen Torgau haben Elke und Gerd Brucks (DKP) im „KommTreff“ die Fäden in der Hand. Sie werden unterstützt von Friedensaktivisten aus der Region und den Landesorganisationen der DKP Sachsen, Berlin und Brandenburg. Der Tag der Begegnung mit der Losung „Frieden mit Russland und China“ ist inzwischen ein fester Termin vieler DKP-Mitglieder – auch aus dem Westen.

Wie bereits im vorigen Jahr erschwert die Corona-Pandemie die Planung der Demonstration. „Angemeldet und vorbereitet ist alles“, erzählt Elke Brucks, die für die DKP zu den Bundestagswahlen im September kandidiert. Was aber tatsächlich am 24. April stattfinden könne, hänge auch vom Pandemieverlauf und den Verordnungen ab. Sie gehe aber davon aus, dass einer Demonstration unter freiem Himmel nichts im Wege stehe.

Geplant ist ein Mahngang über die Elbebrücke zum Denkmal der Begegnung mit Zwischenkundgebungen am Thälmann-Denkmal und auf dem Marktplatz. Neben kurzen Ansprachen von Gastgebern und beteiligten Organisationen soll es auch Musik, Infostände und etwas zu essen geben. Neu mit dabei ist in diesem Jahr die Gruppe „Unentdecktes Land“ mit einem riesigen Transparent. Aus Berlin werden zwei Busse nach Torgau fahren. „Für viele ist die Anreise nach Torgau natürlich weit“, weiß auch Elke Brucks. Aber auch 80 Jahre nach dem faschistischen Überfall auf die Sowjetunion sei der Mahngang nach wie vor von großer Bedeutung – gerade angesichts der Kriegshetze, die wir heute erleben: „Damit es nicht noch einmal passiere – wir brauchen Frieden mit Russland und China.“

Elke Brucks aus Torgau ist 56 Jahre alt und Verkäuferin. Sie kandidiert auf Platz 2 der sächsischen Landesliste der DKP zur Bundestagswahl.

Die DKP in Sachsen benötigt Unterstützung bei der Sammlung von Unterschriften für die Zulassung der Kandidatur. Kontakt: sachsen@dkp.de

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"Mahngang über die Elbe", UZ vom 26. März 2021



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