Umfrage unterstützt aggressive Außen- und Militärpolitik

Mehrheit der Deutschen für mehr Krieg

Von ZLV

Nach dem Anschlag in Berlin und vor allem unter nachdem massiv Terror-Hysterie geschürt wurde, sind die meisten Bürger für eine stärkere Beteiligung Deutschlands am Krieg, der in Syrien und im Irak vermeintlich gegen die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) geführt wird.

In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts „YouGov“ sprachen sich demnach 53 Prozent der Befragten für ein „stärkeres Engagement“ aus, nur 30 Prozent dagegen. Jeder Dritte (33 Prozent) sei dafür, dass die deutsche Bundeswehr auch Stellungen des „IS“ in Syrien und im Irak bombardiert. 48 Prozent sind dagegen.

Vor einem Jahr – kurz nach den Anschlägen in Paris – waren „nur“ 37 Prozent der Meinung, Deutschland müsse mehr im „Kampf gegen den IS“ tun, 46 Prozent waren dagegen. Die deutsche Beteiligung am „Kampf gegen den IS“ habe sich „seitdem nicht wesentlich verändert“, schreibt die Deutsche Presse-Agentur. Allerdings meldete die dpa letzte Woche auch, dass die deutsche Armee die Luftangriffe im Irak und in Syrien im letzten Jahr mit 692 „Tornado“-Aufklärungsflügen unterstützt habe. Der Einsatz der deutschen Luftwaffe hatte am 8. Januar 2016 begonnen. Derzeit sind sechs „Tornados“ auf dem NATO-Stützpunkt in Incirlik in der Türkei stationiert. Ein Einsatzflug dauert durchschnittlich drei Stunden. Für wie viele Bombardements in Syrien und im Irak die von den „Tornados“ gesammelten Daten genutzt wurden und wie viele Kämpfer und Zivilisten dabei ums Leben kamen, sei laut dpa nicht bekannt.

315 Mal kam zudem das zusammen mit den „Tornados“ im türkischen Incirlik stationierte deutsche Tankflugzeug zum Einsatz. Insgesamt waren die deutschen Flugzeuge 3 651 Stunden in der Luft. Bundeswehrsoldaten gehörten außerdem bei mindestens zehn NATO-Aufklärungsflügen zur Besatzung von „Awacs“-Flugzeugen. Diese Zahlen nannte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr.

Deutschland ist Teil der von den USA geführten „internationalen Koalition gegen den IS“ und unterstützt die Luftangriffe auf mutmaßliche „IS“-Stellungen seit einem Jahr mit „Tornado“-Aufklärungsjets und einem Tankflugzeug. Die deutsche Bundeswehr bildet kurdische Peschmerga-Kämpfer im Nordirak aus und liefert ihnen in großem Stil Waffen.

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"Mehrheit der Deutschen für mehr Krieg", UZ vom 6. Januar 2017



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