Die NGG hat anlässlich des „Riders Day“, der vergangene Woche stattfand, vor einer weiteren Verschlechterung der Arbeitsbedingungen in der Plattformökonomie gewarnt. Hintergrund sind neue Stellenstreichungen beim Essenslieferdienst Lieferando. Aktuell sollen rund 100 Beschäftigte aus der IT-Abteilung in Berlin ihren Arbeitsplatz verlieren. Lieferando treibe „den nächsten Kahlschlag voran“, so Guido Zeitler, Vorsitzender der NGG. Die Politik dürfe dabei nicht länger zusehen. „Hier werden ohne Not gut qualifizierte Arbeitsplätze geopfert“, so Zeitler.
Nach den Plänen des niederländischen Mutterkonzerns Just Eat Takeaway sollen Aufgaben künftig verstärkt durch Künstliche Intelligenz übernommen und in einem sogenannten Shared Service Center (SSC) in Polen gebündelt werden. Die Gewerkschaft sieht darin ein grundlegendes Problem der Branche: Plattformunternehmen lagerten Verantwortung systematisch aus und zwängen Beschäftigte in prekäre Arbeitsverhältnisse. Besonders betroffen seien die Fahrerinnen und Fahrer. Immer mehr von ihnen seien in völlig unübersichtlichen Subunternehmerkonstruktionen beschäftigt, was unsichere Verträge, schlechte Arbeitsbedingungen und Unklarheit bedeute.
Die NGG fordert deshalb ein gesetzliches Direktanstellungsgebot für die Lieferdienstbranche. Unternehmen wie Lieferando müssten verpflichtet werden, ihre Fahrerinnen und Fahrer direkt anzustellen, statt Verantwortung an Subunternehmen auszulagern.








