Banda Bassotti kommen zum UZ-Pressefest

Revolutionärer Internationalismus aus Rom

Es gibt Bands, Schauspieler und andere Künstlerinnen und Künstler, die mag man sehr gern, aber wenn man ein Interview mit ihnen liest, zuckt man unwillkürlich zusammen und denkt: „Das hätte ich jetzt lieber nicht gewusst.“ Noch schlimmer, wenn politische Überzeugungen als Zwischenansagen auf Konzerten verkündet werden (so zum Beispiel neulich erlitten von einer Genossin und einem Genossen beim Konzert der ansonsten ganz wundervollen „Baboon Show“ in Freiburg). Die Musik klingt weniger schön und ist auch direkt viel weniger tanzbar. Und ärgern muss man sich auch noch, dass man dafür das sauer verdiente Geld ausgegeben hat.

Dann gibt es Bands, die politisch kaum etwas zu wünschen übrig lassen, die nicht vergessen haben, aus welcher Klasse zu kommen und auf welcher Seite der Barrikade sie zuhause sind. Man merkt es in den Texten, im Gestus, in der Symbolik und es ist einem bei ihnen auch gleich viel wohler, wenn sie live auch zwischen den Songs was von sich geben. Und dann gibt es Bands, die man in den heutigen Zeiten leider an beiden Händen abzählen kann: Die, die ihren politischen Songs und Worten Taten folgen lassen.

Genau eine solche Band ist Banda Bassotti. In Rom geboren, aus einem Handwerkerkollektiv entstanden, waren sie irgendwann gefordert, nicht mehr nur die Bühnen für Demonstrationen und Konzerte auszubauen, sondern sie auch zu bespielen – eine Band, die heute in der Linken auf der ganzen Welt Kultstatus genießt.

Dass sie das tut, liegt nicht nur an ihrer Musik. Schulen bauen in Nicaragua, Wahlkampf für die Frente Farabundo Martí para la Liberación bei den ersten Wahlen nach zehn Jahren Krieg in El Salvador, eine Reise nach Ramallah, um den Präsidentenpalast vor israelischen Bomben zu schützen und Aufmerksamkeit auf die Situation der Palästinenser zu lenken. Seit 2014. dem Jahr des Putsches in der Ukraine, fahren sie mindestens einmal im Jahr mit der von ihnen ausgerufenen Antifaschistischen Karawane in die Volksrepubliken des Donbass.

Wer mehr über ihre internationalistische Arbeit wissen möchte, kann sich unter kurzelinks.de/brigatainternazionale den Film über Banda Bassotti ansehen – oder zum UZ-Pressefest nach Berlin kommen. Dort spielen am Samstagabend auf der Hauptbühne die Internationalisten aus Rom.

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Über die Autorin

Melina Deymann, geboren 1979, studierte Theaterwissenschaft und Anglistik und machte im Anschluss eine Ausbildung als Buchhändlerin. Dem Traumberuf machte der Aufstieg eines Online-Monopolisten ein jähes Ende. Der UZ kam es zugute.

Melina Deymann ist seit 2017 bei der Zeitung der DKP tätig, zuerst als Volontärin, heute als Redakteurin für internationale Politik und als Chefin vom Dienst. Ihre Liebe zum Schreiben entdeckte sie bei der Arbeit für die „Position“, dem Magazin der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend.

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"Revolutionärer Internationalismus aus Rom", UZ vom 24. Juni 2022



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