47. Delegiertenkonferenz der FG BRD-Kuba tagte in Köln

Aktiv werden gegen antikubanische Lügen

Ende Oktober fanden sich 31 Delegierte aus den Regionalgruppen der Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba zu deren 47. Bundesdelegiertenkonferenz zusammen. Die 1974 gegründete Organisation konnte seit 2020 abermals einen Zuwachs feststellen; mit 711 Mitgliedern bleibt sie die mit weitem Abstand größte Kuba-Solidaritätsorganisation in Deutschland.

Der Bundesvorstand der FG BRD-Kuba wurde um drei Compañeros aus Hamburg, Essen und Berlin auf elf erweitert. Die zum dritten Mal wiedergewählte Vorsitzende Petra Wegener konnte mehrere Gäste begrüßen, darunter auch den Botschafter Kubas, Ramón Ripoll, und dessen Frau Milagros Franco, die den wissenschaftlichen Austausch mit deutschen Stellen koordiniert. Beide werden in Kürze Deutschland nach vier intensiven Jahren turnusgemäß verlassen und wurden von der Freundschaftsgesellschaft mit Dankbarkeit, Geschenken und herzlichem Applaus für die enge Zusammenarbeit verabschiedet. Außerdem waren Ivet López, Erste Sekretärin der Berliner Botschaft, und Yamari Pérez, Leiterin der Bonner Außenstelle, für das diplomatische Korps anwesend.

Botschafter Ramón Ripoll erläuterte die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den kubanischen Haushalt, die durch die Verschärfungen der Blockade seitens der USA noch vervielfacht wurden. Das Ziel der USA, Kuba nach dem Tod Fidel Castros, aber spätestens mit dem Rückzug Raúl Castros, in die Knie zwingen zu können, geriet zum Schlag ins Wasser – was wiederum US-Präsident Biden nicht daran hindert, ausgerechnet Kuba als „gescheiterten Staat“ zu bezeichnen, was sich angesichts der sozialen und gesellschaftlichen Lage in den USA durchaus nach Pfeifen im Walde anhört. Dieser „gescheiterte Staat“, so Botschafter Ripoll, habe inzwischen 9,8 Millionen Menschen einfach, davon 8,9 Millionen doppelt und mittlerweile 6,8 Millionen dreifach geimpft.

Um sich perspektivisch solchen und anderen unangenehmen Vergleichen, nicht zuletzt bei ökologischen und allgemein humanen Fragen, nicht weiter aussetzen zu müssen, mischen sich die USA weiterhin dreist in die inneren Angelegenheiten Kubas ein, als wäre es der seit zweihundert Jahren angestrebte Teilstaat der USA. Mitte Juli waren – durch diverse Schwierigkeiten und auch Unzulänglichkeiten von innen begünstigte, aber vor allem geschickt von außen angeheizte – gewaltsame Proteste unter dem Label „SOS Cuba“ für eine internationale Kampagne genutzt worden. Die friedliche kubanische Gesellschaft, die solche Gewaltexzesse seit den Zeiten der Diktatur nicht kennt, war geschockt vom Ausmaß der Zerstörung, aber auch der damit einhergehenden medialen Lügenkampagne über „Verschwundene“. Im Ausland lebende Kubanerinnen und Kubaner hatten unter anderem in Deutschland von den Behörden grünes Licht für Proteste auch vor Botschaftsgelände, wie in Berlin, bekommen. Für den 14. und 15. November angekündigte neuerliche Revolten sollen wieder im Ausland begleitet werden. Die FG BRD-Kuba ruft zu Gegenprotesten am 14. 11. in München und Berlin sowie am 15. 11. in Köln und wiederum in Berlin auf.

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"Aktiv werden gegen antikubanische Lügen", UZ vom 5. November 2021



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