Die Gemeinde Gerstungen wird trotz vorangegangener Drohungen vorerst nicht versuchen, das Bundesland Thüringen zu verlassen und sich in Hessen einzugliedern. Das entschied der Hauptausschuss in der vergangenen Woche. Zuvor hatte Bürgermeister Daniel Steffan den Wechsel des Bundeslandes ins Gespräch gebracht. Von der Flucht nach Hessen hatte sich der CDU-Politiker mehr Unterstützung für kommunale Aufgaben, etwa im Bildungswesen, versprochen. Doch der Wechsel sei „aktuell politisch in der Gemeinde nicht durchsetzbar“, so der Bürgermeister. Der Hauptausschuss unterstützte jedoch die Kritik des Bürgermeisters am Freistaat Thüringen. Das Bundesland habe die Gemeinde nach einer Gebietsreform im Jahr 2018 im Stich gelassen. Die Gemeinde sei damals auf rund 150 Quadratkilometer vergrößert worden, ohne dass es Unterstützung für die dadurch notwendigen Investitionen bei Infrastruktur, Schulen und Verkehrswegen gegeben habe. Allein für den Ausbau der Abwasser- und Trinkwassernetze sowie für Straßen und Straßenentwässerung müsse die 9.000-Einwohner-Gemeinde rund 125 Millionen Euro zusätzlich aufbringen. Seit dem Jahr 2018 arbeite die Gemeinde zudem an einer Erneuerung des Flächennutzungsplans. Doch der Prozess werde durch ständig neue Änderungswünsche des Landesverwaltungsamtes verzögert.
Aufstand verschoben
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"Aufstand verschoben", UZ vom 25. September 2026






