Trotz einer medialen Weltuntergangsmacherei und der Vorbereitung auf einen gefühlten Bürgerkrieg versammelten am 31. Oktober rund 7.000 Menschen auf dem Leipziger Augustusplatz. Schon auf bei der Anreise und auf dem Weg zur Kundgebung von „Gen z regelt“ wurden Jugendliche willkürlich von der Polizei kontrolliert und eingeschüchtert. Die mehr oder minder abgeriegelte Innenstadt, in der es feiertagsbedingt ohnehin ruhig zuging, war noch ausgestorbener als sonst. Dass eine Demonstration durch die Innenstadt gar nicht geplant war, interessierte dabei nicht.
In den Gesprächen am Startpunkt wurde insbesondere in der Altersgruppe Ü20 Unmut über die massive Verteuerung des Lebens deutlich. Steigende Mieten, Lebensmittelpreise und Mobilitätskosten wurden häufig angesprochen. Beeindruckend war die große Anzahl von Jüngeren, 14- bis 18-Jährigen. Genau diese Jugendlichen wurden in den vergangenen Monaten durch die Schulstreiks mobilisiert.
Die Demonstration war kraftvoll. Die schildbürokratischen Auflagen wurden mal hingenommen, mal setzte man sich darüber hinweg. Sprechchöre gegen Wehrpflicht und gegen Aufrüstung wurden ebenso angestimmt wie solche gegen den Genozid in Gaza oder das klassische „Alerta Antifascista“. Hin und wieder gab es etwas Rauch oder eine Fackel wurde entzündet, um die Sprechchöre zu unterstreichen. Die Polizei hielt sich weitestgehend aus der Demonstration heraus, was allerdings eher nach Überforderung als bewusster Einsatzstrategie aussah. Im Anschluss mussten aber doch noch die benötigten Riot-Bilder erzeugt werden, was das Gesamtbild der Demonstration nicht widerspiegelt.
Bei vielen war an diesem Tag spürbar, dass die angesprochenen Themen tiefgreifender und grundlegender Natur sind. Frust und Unmut gegenüber diesem System, seinen Regierungen und Parteien wachsen. Der Aufruf war wohl gerade deshalb so erfolgreich, weil er unkonkret und schwammig geblieben ist und viele ihre eigenen Anliegen in dieses Vakuum hineintragen konnten. Dabei zeigt sich ein schmaler Grat, der bei der Mobilisierung der Gen Z beschritten werden muss: zwischen einer offenen, inhaltlich freieren und einer politisch klar definierten Richtung. Eine Jugendbewegung ist und bleibt eine Büchse der Pandora.
Schlussendlich bleibt nur noch zu sagen: Auf zum Schulstreik am 20. November!








