Bewaffnung von Drohnen

In der Debatte um die Bewaffnung von Drohnen für die Bundeswehr hat der sozialdemokratische Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Wolfgang Hellmich, jetzt ein besonders schönes Argument ins Spiel gebracht: Wenn man bewaffnete Drohnen hat, müssen weniger Zivilisten sterben. Kundus hätte vermieden werden können, „wenn eine bewaffnete Drohne vor Ort gewesen wäre.“ Wir erinnern uns: Der deutsche Oberst Klein, US-Bomber und 74 tote Zivilisten – mit bewaffneten Drohnen undenkbar. Die verbrauchen weniger Treibstoff als Kampfflugzeuge, deswegen kann man langsam fliegen und in Ruhe gucken, ob derjenige, den man da jetzt abballert, es auch wirklich verdient hat.

Damit sollten auch diejenigen innerhalb der SPD, die sich auch nur das allerkleinste bisschen um die afghanische Bevölkerung, „extralegale Tötungen“ und Morden per Joystick scheren, beruhigt sein und können unbesorgt der Bewaffnung zustimmen.

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Über den Autor

Melina Deymann, geboren 1979, studierte Theaterwissenschaft und Anglistik und machte im Anschluss eine Ausbildung als Buchhändlerin. Dem Traumberuf machte der Aufstieg eines Online-Monopolisten ein jähes Ende. Der UZ kam es zugute.

Melina Deymann ist seit 2017 bei der Zeitung der DKP tätig, zuerst als Volontärin, heute als Redakteurin für internationale Politik und als Chefin vom Dienst. Ihre Liebe zum Schreiben entdeckte sie bei der Arbeit für die „Position“, dem Magazin der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend.

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"Bewaffnung von Drohnen", UZ vom 24. Dezember 2020



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