Dieses Verbrechen darf nicht vertuscht werden

Griechenland steht still. Nach dem größten Zugunglück der griechischen Geschichte mit 57 Toten reißen Streiks und Proteste nicht ab. Die Trauer verwandelt sich in Wut und Widerstand. „Dieses Verbrechen darf nicht vertuscht werden! Wir werden die Stimme aller Toten werden!“, steht auf dem weißen Plakat in der Bildmitte.

Gleich nach dem Unglück hatte sich die Eisenbahnergewerkschaft an die Öffentlichkeit gewandt. Sie habe seit Jahren auf erhebliche Sicherheitsmängel hingewiesen. Diese seien aber ignoriert worden. Gewerkschaften und Protestierende sehen die Ursache in der Privatisierungspolitik. 2017 wurde das ehemals staatliche griechische Eisenbahnunternehmen verkauft.

Die griechische Regierung versucht das Unglück als menschliches Versagen zu vertuschen. Der zuständige Bahnhofsvorsteher sitzt in Untersuchungshaft. Aus Brüssel gab es Krokodilstränen, ohne dabei zu erwähnen, dass es die EU war, die zu Zeiten der griechischen Finanzkrise dem Land die tödliche Privatisierungspolitik verordnete.

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Über den Autor

Björn Blach, geboren 1976, ist als freier Mitarbeiter seit 2019 für die Rubrik Theorie und Geschichte zuständig. Er gehörte 1997 zu den Absolventen der ersten, zwei-wöchigen Grundlagenschulung der DKP nach der Konterrevolution. In der Bundesgeschäftsführung der SDAJ leitete er die Bildungsarbeit. 2015 wurde er zum Bezirksvorsitzenden der DKP in Baden-Württemberg gewählt.

Hauptberuflich arbeitet er als Sozialpädagoge in der stationären Jugendhilfe.

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"Dieses Verbrechen darf nicht vertuscht werden", UZ vom 17. März 2023



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