DKP Gladbeck sammelt Fangemeinde im Internet

Einen Kuchen für die DKP

Die Inhalte der DKP Gladbeck werden derzeit auf Twitter zuhauf geteilt und kommentiert (UZ vom 11. September). Nachdem sie bei einem Infostand für die Kommunalwahl Pflaumen verteilt hatten, damit diese „lieber im Mund als im Rathaus sind“, backen Menschen quer durch die Republik Pflaumenkuchen. UZ fragte einen von ihnen, Sascha Döring, Politischer Sekretär für Öffentlichkeitsarbeit im Bundesverband der „Sozialistischen Jugend Deutschlands – Die Falken“, warum er der DKP Gladbeck auf Twitter folgt.

UZ: Warum backst du für die DKP Gladbeck einen Kuchen?

Sascha Döring

Sascha Döring: Ich backe den Kuchen nicht, sondern eine Freundin. Ich glaube, der Hintergrund, warum sie das tut und warum so viele Leute die DKP Gladbeck auf Twitter mitverfolgen, ist einfach, dass es was unheimlich Charmantes hat, wenn organisierte Linke sich tatsächlich mit ganz konkreten Problemen der Leute vor Ort beschäftigen. Kostenloser ÖPNV oder der Erhalt von öffentlichen Fußballplätzen sind wichtige Fragen im Leben für die, die auf Busse angewiesen sind oder ihre Freizeit gerne auf dem Sportplatz verbringen. Das mag wie etwas ganz Lapidares wirken, aber ich glaube, in einer Zeit, wo viele Linke sich aus dem Sozialleben der Klasse zurückgezogen haben und in abgeschlossenen Szenemilieus ein soziales Nischendasein fristen, wirkt es durchaus inspirierend, wenn Kommunisten versuchen, im Leben der Klasse präsent zu sein.

UZ: Wie bist du auf die DKP Gladbeck bei Twitter gestoßen?

Sascha Döring: Das hat sich einfach als Twittertrend durchgesetzt und wurde mir irgendwann in die Timeline gespült. In den sozialen Medien ist es häufig sehr zufällig und unvorhersehbar, was sich als Trend am Ende tatsächlich durchsetzt, aber irgendwann kamen immer mehr Tweets und Fotos von diesen Aktionen bei mir angespült.

UZ: Was ziehst du für dich aus diesem „Ran an die Klasse“ der DKP Gladbeck?

Sascha Döring: Die Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Ich glaube, es ist immer das, was der Anspruch aller Linken ist – tatsächlich im Alltag von Leuten präsent zu sein, sich mit den konkreten Problemen zu beschäftigen und das mit einem sozialistischen Programm zu verbinden, damit es nicht immer bei Mini-Reformen bleibt. Ich kann nur sagen, ich fand, es waren sehr schöne Aktionen, und ich kann nachvollziehen, warum so viele Leute in den sozialen Medien das gerade toll finden.

Das Gespräch führte Christoph Hentschel

Über den Autor

Christoph Hentschel (Jahrgang 1980) ist Politikwissenschaftler und Redakteur für „Politik“. Er arbeitet seit 2017 bei der Zeitung der DKP.

✘ Leserbrief schreiben

An die UZ-Redaktion (leserbriefe (at) unsere-zeit.de)

"Einen Kuchen für die DKP", UZ vom 18. September 2020



Bitte beweise, dass du kein Spambot bist und wähle das Symbol Baum aus.

Vorherige

Gemeint sind wir

„Größter Steuerraub der Geschichte“

Nächste