Erste Montagsdemonstration in Kaiserslautern erfolgreich

Es war richtig, auf die Straße zu gehen

In Kaiserslautern fand am Montag vergangener Woche die erste Demonstration gegen Preissteigerungen statt, die die örtliche DKP mitorganisiert hat. UZ sprach mit Ruben Braga, Vorsitzender der DKP Kaiserslautern.

UZ: Über die 60 Personen kamen zu eurer Demonstration. Seid ihr damit zufrieden?

Ruben Braga: Für Kaiserslauterner Verhältnisse sind 60 Menschen sehr zufriedenstellend. Für uns als DKP Kaiserslautern war es die erste größere Aktion, an der wir teilgenommen haben, denn es gibt uns erst seit Juli dieses Jahres. Wir haben die Demonstration mit der örtlichen Linkspartei und deren Jugendorganisation zusammen organisiert.

380502 interview - Es war richtig, auf die Straße zu gehen - Demos gegen Preissteigerungen, DKP Kaiserslautern, Heißer Herbst - Politik
Ruben Braga

UZ: Wie lief die Demonstration ab und wie habt ihr sie vorbereitet?

Ruben Braga: Wir haben angefangen, indem wir kontinuierlich Bilder und Texte im Internet geteilt haben. Eine Woche vor der Demonstration haben wir auf Grundlage unserer Internetinhalte ein Plakat entworfen und in der Stadt aufgehängt.

Wir konnten auf der Demonstration einen Redebeitrag halten. Wir haben die Rede genutzt, um zum einen lokale Forderungen, die wir schon ein paar Wochen zuvor veröffentlicht hatten (siehe kurzelinks.de/kaiserslautern), kundzutun und zum anderen diese mit Parteiforderungen nach Frieden mit Russland und China oder der Öffnung von Nord Stream 2 zu verbinden. Die Rede hat unter den Anwesenden ziemlich viel Applaus und Zustimmung ausgelöst.

Nicht so schön war, dass uns während der Demonstration auf halber Strecke circa 70 Menschen aus dem Querdenkerspektrum auf ihrem unangemeldeten Spaziergang entgegenkamen. Da kam es zu unschönen Gesten und Sprüchen von beiden Seiten, aber dann sind sie in eine andere Richtung gegangen und wir konnten unsere angemeldete Route fortsetzen.

UZ: Was konntet ihr aus eurer ersten Demonstration lernen?

Ruben Braga: Eine Erkenntnis war, dass es richtig war, die Demonstration im Vorfeld so fleißig anzukündigen, sprich, Plakate aufzuhängen und im Internet publik zu machen. Gut war es auch, dass wir das Plakataufhängen zu einer Gemeinschaftsaktion der Gruppe verknüpfen konnten. Die Resonanz, die wir erfahren haben, und die Gespräche, die wir führen konnten, haben uns bestärkt darin, dass es richtig war, an der Demonstration offen teilzunehmen. Und obwohl 60 Leute für Kaiserslautern echt gut waren, wollen wir für das nächste Mal mehr mobilisieren.

UZ: Wie wollt ihr das machen?

Ruben Braga: Zum einen wollen wir den Bezirk und die SDAJ nach Kaiserslautern einladen. Zum anderen müssen wir als sehr junge Gruppe jetzt erst mal Beziehungen zu den Gewerkschaften und anderen Bündnispartnern in der Stadt aufbauen.

Für den 15. Oktober planen wir zusammen mit dem Sozialforum Kaiserslautern einen Aktionstag zu Inflation und Energiegerechtigkeit, zu dem auch Gewerkschaften und andere kommen werden. Das ist noch ziemlich viel Zeit hin und daher hatten die Linkspartei, die Linksjugend.solid und wir gedacht, dass es sinnvoll ist, davor schon die Montagsdemonstrationen zu machen, die jetzt vierzehntägig stattfinden werden. Nächsten Montag sind wir also wieder auf der Straße.

Über den Autor

Christoph Hentschel (Jahrgang 1980) ist Politikwissenschaftler und Redakteur für „Politik“. Er arbeitet seit 2017 bei der Zeitung der DKP.

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"Es war richtig, auf die Straße zu gehen", UZ vom 23. September 2022



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