Zwei alte Bücher passend zum neuen Rollback

Frauen ohne Rechte

Polen, Brasilien, mehrere Bundesstaaten der USA: Es sieht finster aus für die reproduktive Selbstbestimmung von Frauen – und das hat Auswirkungen auf ihre anderen Rechte.

Anlass genug, sich ohne Umwege auf die nächste Demo zu bewegen. Wenn gerade keine ist oder es einen und eine doch eher aufs Sofa zieht, kann man sich mit diesen Bücher ausmalen, wie es so um die Zukunft von Frauen bestellt ist, wenn der Rollback nicht gestoppt wird.

Margaret Atwood schrieb 1985 mit „Der Report der Magd“ eine Betrachtung über das Innenleben des fundamtental-christlichen Staates Gilead. Nach einem Putsch in den USA sind den Frauen alle Rechte entzogen, durch Umweltzerstörung sind die meisten Menschen unfruchtbar und die Frauen, die noch schwanger werden können, leben als „Gebärmägde“ in den Häusern staatstragender Fundamentalisten.

Literarisch interessanter ist die US-Amerikanerin Suzette Haden Elgin bereits 1984 an die Sache herangegangen. In ihrer „Native Tongue“-Trilogie (auf Deutsch leider nur „Amerika der Männer“ und „Die Judasrose“) haben Frauen in den USA der Zukunft keine Bürgerrechte mehr – und erfinden mit Láadan eine Sprache, die den Frauen und ihrem Kampf gegen die Unterdrückung vorbehalten ist.

Wenn es einen vor den Zukunftsvisionen von Elgin und Atwood dann genug gegruselt hat, wird es Zeit, etwas dafür zu unternehmen, dass es dazu nicht kommt.

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Über die Autorin

Melina Deymann, geboren 1979, studierte Theaterwissenschaft und Anglistik und machte im Anschluss eine Ausbildung als Buchhändlerin. Dem Traumberuf machte der Aufstieg eines Online-Monopolisten ein jähes Ende. Der UZ kam es zugute.

Melina Deymann ist seit 2017 bei der Zeitung der DKP tätig, zuerst als Volontärin, heute als Redakteurin für internationale Politik und als Chefin vom Dienst. Ihre Liebe zum Schreiben entdeckte sie bei der Arbeit für die „Position“, dem Magazin der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend.

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"Frauen ohne Rechte", UZ vom 10. Dezember 2021



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