75 Jahre nach der Befreiung: Der Kampf geht weiter

Friedensbotschaft

Am 8. und 9. Mai und auch in den Folgetagen erreichten die UZ-Redaktion unzählige Fotos und Berichte von Veranstaltungen zum Jahrestag der Befreiung von Faschismus und Krieg. Die DKP hatte unter dem Motto „Danke Marija, Anatolij und Wassilij“ dazu aufgerufen, Fotos mit Dankesgrüßen an Veteranen der Roten Armee vor Stätten des antifaschistischen Widerstandes und sowjetischen Ehrenmalen zu machen. Die Kommunistische Partei der Russischen Föderation (KPRF) hatte zuvor die Namen und Kurzbiographien von 30 Veteraninnen und Veteranen der Roten Armee übermittelt, die bis heute als Zeitzeugen aktiv in der Union sowjetischer Offiziere sind. Bereits am Abend des 9. Mai, dem Tag des Sieges, erreichten sie erste Fotos und Briefe aus Deutschland mit der klaren Botschaft: „Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus – Frieden mit Russland!“

„Seid gegrüßt, Genossen!“ dankte der 1925 geborene Wladimir Pawlowitsch Kotschetkow, beteiligt an der Befreiung Polens und dem Sturm auf Berlin, umgehend „für die Aufmerksamkeit, die Gratulation und die guten Wünsche“. UZ wird in der kommenden Ausgabe ausführlich berichten.

In etlichen Städten fanden Aktionen antifaschistischer Bündnisse unter Beteiligung der VVN-BdA, der DIDF, von DKP und SDAJ, Friedensinitiativen, der Partei „Die Linke“, von Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern und Künstlerinnen und Künstlern statt. Vielerorts waren Genossinnen und Genossen der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE) dabei.

In Dortmund zum Beispiel schmückte das Bündnis „Dortmund gegen Rechts“ mit einer riesigen Pace-Fahne den Rathausvorplatz. In Hamburg-Bergedorf trafen sich Antifaschisten auf dem sogenannten „Russischen Ehrenfriedhof“, der historisch korrekt in „Sowjetischer Ehrenfriedhof“ umbenannt wurde. Kundgebungen auf Abstand fanden unter anderem in Aachen, Augsburg, Bonn, Duisburg, Frankfurt am Main, Gießen und Lübeck statt. Aus Elsterwerda, Gera, Halle, Hildburghausen, Rostock, Suhl, Torgau und vielen anderen ostdeutschen Städten erreichten die UZ-Redaktion Bilder geschmückter Ehrenmale für die Rote Armee. Gedenkveranstaltungen fanden auf sowjetischen Soldatenfriedhöfen unter anderem in Leverkusen, Nürnberg und Saarbrücken statt.

Einen Blick auf kommende Aufgaben gab Lühr Henken, Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag, am Sowjetischen Ehrenmal in Berlin-Mitte. Er kritisierte die aggressive Kriegshetze der Bundesregierung gegen Russland und den geplanten Kauf neuer Kampfflugzeuge, darunter 20 US-Atombomber. „20 bis 25 Milliarden Euro könnten gespart und für Gesundheitsvorsorge, Bildung und soziale Verbesserungen verwendet werden“, so Henken. Die Entscheidung über den Kauf der Atombomber soll in zwei Jahren fallen. Es sei also Zeit, den Versuch zu unternehmen, dagegen einen Sturm der Entrüstung zu entfachen, so Henken. „Würden wir uns durchsetzen, wäre dies ein wichtiger deutscher Beitrag, um endlich die Konfrontationspolitik gegen Russland zu beenden. So könnte nicht mehr nur Krieg, sondern mal Frieden von Berlin ausgehen.“

Hanau

Die Belegschaft im Hause der DKP in Essen sagt Spasibo.
Die UZ-Redaktion nutzt die Gelegenheit an dieser Stelle auch unseren Leserinnen und Lesern für die großartige Unterstützung der Foto-Aktion zu danken.

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"Friedensbotschaft", UZ vom 15. Mai 2020



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