Ökologie-Seminar in Hof

Fünf nach Zwölf

Randolph Oechslein

Zeitlich passend zum Weltklimagipfel in Glasgow führte die DKP Hof gemeinsam mit der Marx-Engels-Stiftung Wuppertal ein Ökologie-Seminar durch. MES-Vorstandsmitglied Eva Petermann konnte als Referentin die Physikerin und Philosophin Dr. Annette Schlemm aus Jena begrüßen. Schlemm referierte zum Thema „Friedrich Engels und das Mensch-Natur-Verhältnis und zur Möglichkeit einer Klimakatastrophe“. Die versierte Klima-Expertin erläuterte die planetaren Belastungsgrenzen und wies anhand der IPCC-Sachstandsberichte nach, dass das Pariser Klimaziel selbst mit drastischen Maßnahmen nahezu außer Reichweite sei. Im Klimawandel sei es 5 nach 12. In ihren Ausführungen verwies sie häufig auf Erkenntnisse von Friedrich Engels, die dieser in seiner „Dialektik der Natur“ publiziert habe und die auch heute große Aktualität besäßen.

Als zweiter Referent sprach Randolph Oechslein, Vorsitzender der DKP Gruppe Hof, zum Thema „Was Umweltschützer über den Kapitalismus wissen müssen“. Oechslein setzte sich mit den Forschungsergebnissen der US-Ökosozialisten um John Bellamy Foster („Der ökologische Bruch“) auseinander. Er wies nach, dass aktuell die ärmsten drei Milliarden Menschen so gut wie keine Treibhausgase emittierten, während die reichsten 500 Millionen für die Hälfte aller Emissionen verantwortlich seien. Oechslein zog Erkenntnisse aus dem Hauptwerk von Marx, dem „Kapital“, zum Verständnis der heutigen gesellschaftlichen Situation heran.

Trotz der pandemiebedingten Einschränkungen war das Seminar ein Erfolg.

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"Fünf nach Zwölf", UZ vom 19. November 2021



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