„Hässlicher“ Wettbewerb

Wie die Magdeburger „Volksstimme“ berichtet, kommen durch den Abschluss von Verkehrsverträgen mit dem Bahnunternehmen Abellio hohe Kosten auf Sachsen-Anhalt zu. Das Land hatte mit Abellio Verkehrsverträge bis Anfang der 2030er Jahre abgeschlossen und dem Unternehmen, das 46 Prozent aller Nahverkehrslinien betreibe, den Zuschlag für zwei weitere Netze gegeben, weil es „äußerst günstige Angebote“ vorgelegt habe, wie die „Volksstimme“ schreibt. Im September 2020 habe Abellio Probleme gemeldet und zusätzliche 10 Millionen Euro jährlich vom Land gefordert.

Nun muss Abellio offenbar saniert werden. „Sanierung heißt: Kosten senken, Einnahmen erhöhen“, so die „Volksstimme“. Das könne bedeuten, dass das Land Sachsen-Anhalt mehr zahlen muss.

Die 3.100 Beschäftigten des Unternehmens erhalten nun zunächst für drei Monate Insolvenzgeld. Die Gewerkschaft EVG forderte, die Abellio-Sanierung dürfe nicht zu Lasten der Beschäftigten gehen. Das Unternehmen habe sich offensichtlich verkalkuliert und zu niedrige Kosten angesetzt. Das sei „die hässliche Seite des politisch gewollten Wettbewerbs“: um an Aufträge zu kommen, werden die Kosten bewusst niedrig kalkuliert.

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"„Hässlicher“ Wettbewerb", UZ vom 9. Juli 2021



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