Hohe Krankenstände, unbesetzte Stellen

Die aktuelle Ausgabe der ver.di-Mitgliederzeitung „publik“ befasst sich mit der Situation der Beschäftigten an deutschen Flughäfen. Die Stimmung sei schlecht, auch weil die Wut der Fluggäste, die derzeit nicht einmal sicher sein können, dass ihr Flug tatsächlich auch startet, häufig an ihnen ausgelassen wird. ver.di macht die Unternehmen für die chaotische Situation verantwortlich: Es gebe zu wenige Kolleginnen und Kollegen, um dem Ansturm der Reisenden standhalten zu können. Allein bei den Bodenverkehrsdiensten seien in den letzten zwei Corona-Jahren bis zu 60 Prozent der Beschäftigten ausgeschieden. Der Krankenstand unter den verbliebenen Beschäftigten liege bei rund 20 Prozent, in der Regel seien es fünf. Es fehlten Arbeitskräfte im Check-in, bei den Sicherheitskontrollen, beim Gepäck-Handling und in der Kabine. Maschinen würden bis zum Anschlag ausgelastet, kaum eine Airline fliege noch unter 95 Prozent Belegung. Zu wenig Personal heiße, dass Flüge gestrichen und Passagiere umgebucht werden. Es komme zu stundenlangen Wartezeiten und Verspätungen. Mangels Personals könnten nicht alle Schalter zum Einchecken und auch nicht alle Sicherheitsschleusen geöffnet werden.

Betriebsräte warnen vor einem Systemkollaps an den Flughäfen, wenn sich die Arbeitsbedingungen nicht änderten. Allein 5.500 Beschäftigte würden aktuell bei den Bodenverkehrsdiensten fehlen. Und selbst wenn sich jetzt schnell neue Beschäftigte anheuern ließen, sie könnten gar nicht sofort ­anfangen.

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"Hohe Krankenstände, unbesetzte Stellen", UZ vom 1. Juli 2022



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