Robert Profan zu Kindern als Lückenbüßer der Impfkampagne

Ihr Kinderlein kommet

Robert Profan

Die zuständigen politischen Stellen propagieren schon seit einiger Zeit die allgemeine Impfung von Kindern zwischen 5 und 11 Jahren. Sie haben entsprechende Impfzentren vorbereitet und auch schon losgelegt. Nun hat auch die zuständige medizinische Fachkommission, die Ständige Impfkommission, ihre Stellungnahme veröffentlicht. Deren Vorsitzender Thomas Mertens hatte in einem Interview dargelegt, dass er seine 7-jährige gesunde Tochter nicht impfen lassen würde – später entschuldigte er sich für diese Äußerung.

Dabei entsprach sie der Impfempfehlung der Stiko. Sie beschränkte sich auf Kinder, die Vorerkrankungen haben und auf Kinder, in deren direktem Umfeld Personen leben „mit hohem Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf …, die selbst nicht oder nur unzureichend durch eine Impfung geschützt werden können“. Darüber hinaus formulierte die Stiko aber unter dem öffentlichen Druck von Politik und Mainstreammedien einen Blankoscheck zur allgemeinen Impfung, „sofern ein individueller Wunsch der Kinder und Eltern bzw. Sorgeberechtigten besteht“.

Das bedeutet, dass jetzt alle Eltern und Kinder, denen das dauernde Testen zu lästig ist, mit dem Segen der Stiko zur Impfung gehen können, obwohl die Experten klar sagen, dass sich gesunde Kinder in den allermeisten Fällen ohne Symptome infizieren oder nur ganz milde Symptome aufweisen und die Datenlage zu möglichen Nebenwirkungen noch nicht ausreichend ist. Da Kinder, wie schon lange bekannt ist, nur unwesentlich zur Verbreitung des Coronavirus beitragen, liegt klar auf der Hand, dass sie jetzt als Lückenbüßer herhalten sollen, um die Impflücke etwas kleiner werden zu lassen.

Anstatt Kinder und ihre Eltern unter Druck zu setzen, wäre es medizinisch und epidemiologisch sinnvoll, die Impfquote der Erwachsenen zu erhöhen. Insbesondere geht es um intensive und individuelle Diskussion mit Lehrerinnen, Lehrern, Erzieherinnen, Erziehern und anderen Betreuungspersonen von Kindern und Jugendlichen.

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"Ihr Kinderlein kommet", UZ vom 17. Dezember 2021



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