… und strebt die Besetzung von Teilen des Libanons an

Israel will weiter Krieg …

Verhandlungen zwischen Libanon und Israel in Washington ergaben eine Art Waffenstillstand zwischen den beiden Ländern. Vertreter der Hisbollah waren in diesen Verhandlungen nicht involviert. Ein Rückzug Israels aus dem Libanon war in dieser Übereinkunft nicht vorgesehen, die Hisbollah allerdings hätte sich hinter den Litani-Fluss zurückziehen müssen.

Israel hätte wie in der Vergangenheit weiterhin Ziele im Libanon angreifen können. So erklärte der israelische Minister für „Nationale Widerstandsfähigkeit“, Yitzhak Wasserlauf aus Itamar Ben-Gvirs Partei „Otzma Yehudit“, laut Medienberichten den Begriff „Waffenstillstand“: „Während der Mittagspause isst du. Und während des Waffenstillstands schießt du.“

„Wie Satans Traum vom Paradies“ – das wäre für Israel der Rückzug der Hisbollah aus dem Süden des Libanon unter israelischem Druck. So beschrieb der Generalsekretär der Hisbollah, Naim Kassem, den Waffenstillstandstext, der in Washington zwischen Libanon, Israel und USA ausgehandelt wurde. Etwas profaner formulierte es ein früherer Chefredakteur der „Jerusalem Post“: „Vor einem Jahr gab es einen Waffenstillstand im Libanon, unter dem Israel volle Freiheit für Angriffe hatte.“ Die Vereinbarung von Washington sollte diese Handlungsfreiheit wieder herstellen.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat bereits angekündigt, dass Israel sich auf absehbare Zeit nicht aus dem Libanon zurückziehen wolle. Ebenso Generalstabschef Eyal Zamir. Er kündigte an, die israelische Armee wolle die Hisbollah zerstören, habe aber nicht die Absicht, sich aus den eroberten Gebieten wieder zurückzuziehen. „Wir sind dort, um langfristig zu bleiben“, so Zamir.

Die Hisbollah lehnt die Übereinkunft von Washington ab. Sie ist nur an einem umfassenden Waffenstillstand interessiert, der auch den Rückzug der israelischen Truppen regelt und verhindert, dass Israel weiterhin nach Belieben töten kann.

Auch der libanesische Parlamentspräsident Nahbi Berri lehnt den Text ab. Für ihn wären nur zwei Punkte akzeptabel: ein umfassender Waffenstillstand, der auch ein Ende der Zerstörungen durch israelische Bulldozer mit sich bringt. Und ein Rückzug der israelischen Truppen aus dem Libanon parallel zu einem Rückzug der Hisbollah hinter den Litani-Fluss.

Doch die Vereinbarung von Washington betont sogar noch einmal die Aussage des US-Außenministers Marco Rubio: „Hisbollah ist nicht nur der Feind Israels und der USA, sondern ein Feind des Libanon.“ Angesichts der Bedeutung der Hisbollah in der libanesischen Gesellschaft – vor allem im Süden des Landes – ist das eine Aussage, die die Stabilität des Libanon gezielt untergräbt.

Und die Erklärung verurteilt Irans Angriffe auf die Nachbarländer, die die Stabilität in der Region untergraben würden. Der Präsident des Libanon, Joseph Aoun, griff das Thema in einem Interview mit CNN noch einmal auf. Er warf dem Iran und der Hisbollah vor, Libanon für ihre Zwecke missbrauchen zu wollen.

Der Iran war in dem Überraschungsangriff vom 28. Februar sowohl von den USA als auch von Israel angegriffen worden. Teheran verlangt deshalb in den Verhandlungen mit den USA über eine Waffenstillstand, dass er auch Israel umfassen und für die gesamte Region gelten müsse, insbesondere für den Libanon. Für den Iran ist das ein wichtiger Punkt, ohne den es keine Vereinbarung mit den USA geben kann. Doch Israels Armee greift weiterhin Ziele im Libanon an – gelegentlich gelten diese Angriffe auch der libanesischen Armee, zuletzt wurden zwei Offiziere und ein Soldat getötet.

Nach einem Angriff auf Beirut hat der Iran hat seine Drohung wahr gemacht: Israelische Angriffe auf Beirut wurden mit Angriffen auf Israel beantwortet.

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"Israel will weiter Krieg …", UZ vom 12. Juni 2026



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