Keine Spenden für das DRK

Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) hat sich gegen eine aktuelle Werbekampagne des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ausgesprochen und die Bevölkerung aufgefordert, der Hilfsorganisation kein Geld zu spenden, solange diese mit dem Militär kooperiert. So sei in der Öffentlichkeit kaum bekannt, dass das DRK eine „enge Kooperation mit der Bundeswehr – im Militärjargon „Zivil-Militärische-Zusammenarbeit“ (ZMZ) genannt – unterhalte. Dabei habe sich das DRK schon 2003 explizit zur „Mitwirkung“ an Militäreinsätzen bekannt. „2008 definierte dann ein Bundesgesetz die ‚Unterstützung des Sanitätsdienstes der Bundeswehr‘ als zentrale ‚Aufgabe‘ der Hilfsorganisation. Seit 2009 unterhält das DRK einen eigenen ‚Beauftragten für zivil-militärische Zusammenarbeit‘. Seit 2014 finden gemeinsame ‚Joint Cooperation‘-Manöver von DRK, Bundeswehr und weiteren

Armeen statt“, monierte die DFG-VK. Außerdem hätten der DRK-Generalsekretär Christian Reuter und Markus Grübel, der parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, am 24. November 2015 die erste zentrale Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

„Mit der engen Kooperation hat das DRK zumindest zwei seiner obersten Grundsätze gebrochen“, kritisierte Christoph Neeb, einer der Bundessprecher der DFG-VK. Gemeint sind die Unabhängigkeit und Neutralität der Hilfsorganisation, die durch die einseitige Bundeswehr-Zusammenarbeit verloren gehen werden: „Henri Dunant, der Begründer der Rot-Kreuz-Bewegung, hat den Grundsatz der Neutralität des Hilfswerks selbst geprägt, als er 1859 auf dem Schlachtfeld bei Solferino ohne Ansehen der Nationalität Verwundeten half“, erinnerte Neeb. Die DFG-VK appellierte unterdessen an das DRK, die Kooperation mit dem Militär sofort zu beenden. „Militär kann kein Partner einer zivilen Hilfsorganisation sein. Das Zivile muss zivil bleiben!“, forderte die Friedensorganisation.

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"Keine Spenden für das DRK", UZ vom 27. Mai 2016



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