Vom 12. bis 19. September führte die Initiative „Unblock Cuba“ vor der US-Botschaft in Berlin eine Woche lang Solidaritätsaktionen durch, um gegen Washingtons völkermörderische Politik gegenüber der sozialistischen Insel zu protestieren. Auf dem Programm standen mehrere Diskussionsrunden, Berichte aus Kuba und Kulturveranstaltungen.
Die Blockade hat sich seit Januar drastisch verschärft, als die US-Regierung inmitten anhaltender Drohungen mit militärischen Maßnahmen ein vollständiges Energieembargo verhängte. Die Kubaner können sich kaum noch mit Lebensmitteln und Medikamenten versorgen. Die Kindersterblichkeit – einst niedriger als in den USA – steigt, und anhaltende Stromausfälle beeinträchtigen Krankenhäuser, Schulen und wichtige Infrastruktur. Ob in Gaza oder in Kuba: Die Bundesregierung unterstützt aktiv den Völkermord. „Eine derartige Blockade, wie Sie sie beschrieben haben, sehe ich nicht“, sagte Außenminister Johann Wadephul.
Die Aktionen begannen am Samstag mit einer Radtour von der kubanischen zur US-Botschaft, gefolgt von Kulturbeiträgen und einer Podiumsdiskussion über die Kuba-Berichterstattung deutscher Medien. Es diskutierten Nick Brauns („junge Welt“), Martin Ling („nd“), Matthew Read („UZ“) und Fabian Goldmann, Autor von „Staatsräsonfunk. Deutsche Medien und der Genozid in Gaza“. Die Redner kritisierten, dass die bürgerlichen Medien in Deutschland weder den aktuellen Ereignissen in Kuba noch der Geschichte der Insel vor der Revolution ernsthaft Raum geben. Gefragt nach Parallelen zur Gaza-Berichterstattung, sagte Read, dass westliche Medien in beiden Fällen den historischen Kontext ausblenden: die koloniale Unterwerfung Kubas und Palästinas. Zudem arbeiteten sie seit der Gründung des kubanischen Staates daran, diesen zu delegitimieren.

Die Teilnehmer erklärten, dass Kubas Erfolge in den Bereichen Gesundheitswesen, Bildung sowie Frauen- und Jugendpolitik von den Medien ignoriert werden, die lediglich Washingtons Pressemitteilungen nachplappern.
In seiner Rede am Mittwoch berichtete Patrik Köbele über den Besuch der DKP-Delegation in Kuba im August, wo er am Internationalen Treffen der kommunistischen und Arbeiterparteien sowie an einem Kolloquium zum 100. Geburtstag von Fidel Castro teilnahm. Neben seiner Beschreibung der akuten Lage vor Ort unter Washingtons völkermörderischen Politik stellte er den historischen Kontext dar und erläuterte, wie die Konterrevolutionen der 1990er Jahre Kuba von seinen Wirtschaftspartnern abschnitten und wie Westdeutschland die Abkommen der DDR mit Kuba kündigte. Er argumentierte, dass eine Konterrevolution nur dann erfolgreich sein könne, wenn die Partei vom Volk abgeschnitten sei, und erklärte, dies sei in Kuba nicht der Fall. Außerdem würdigte er die Rolle der Jugend in der Solidaritätsbewegung und hob die SDAJ-Delegation hervor, die am Donnerstag im Rahmen einer Diskussionsrunde ihren eigenen Bericht aus Kuba vorstellen wird.
Die Protestwoche endet am Samstag, dem 19. September, mit einem Live-Bericht eines Professors aus Havanna, Botschaften von Solidaritätsgruppen für Kuba aus acht Ländern und einer symbolischen Umzingelung der US-Botschaft. Der NaturFreunde-Chor, Chris Doerk und Wafaa Saied werden den Tag mit Arbeiterliedern sowie kubanischer und palästinensischer Musik abschließen.








