DKP beginnt mit Debatte über Länder mit sozialistischer Entwicklung

Nachdenken über China

Richard Höhmann

Die DKP hat auf ihrem 23. Parteitag im März 2020 beschlossen, sich intensiv mit den Ländern sozialistischer Entwicklung, insbesondere der Volksrepublik China, zu beschäftigen. Im April dieses Jahres konkretisierte der Parteivorstand der DKP das Vorhaben mit der Skizzierung eines Bildungszyklus, der auf fast zwei Jahre angelegt ist.

Warum dieser lange Zeitraum? Das Thema verlangt von uns Klärungen auf theoretischer und programmatischer Ebene. Zugleich hat es praktisch-politische Bedeutung und fordert uns unmittelbar, zum Beispiel bei Fragen von Krieg und Frieden oder bei Diskussionen um Alternativen zum Kapitalismus. Das dialektische Verhältnis von Theorie und Praxis soll in der Diskussion unsere Richtschnur sein.

Das Thema soll von verschiedenen Seiten beleuchtet werden. Unterschiedliche Bildungsangebote sollen wie Zahnräder ineinandergreifen. Wie bereits bei der letzten Bildungszeitung zum „Reaktionären Staatsumbau“ werden Unterlagen und Begleitmaterial auf der Internetseite der DKP im Bildungsbereich veröffentlicht (dkp.de/partei/theorie-und-bildung). Die UZ wird ergänzend berichten und Bildungsmaterialien für die Gruppenarbeit beisteuern.

Am vergangenen Wochenende gab Patrik Köbele, Vorsitzender der DKP, mit seinem Referat zu „Herausforderungen und Problemen beim Aufbau des Sozialismus“ den Startschuss. Dieses Referat ist die Grundlage für den ersten Teil des Bildungszyklus, der im September 2021 beginnt und bis März 2022 geplant ist. Das Referat der 6. PV-Tagung wird dazu als Beilage der UZ veröffentlicht. Begleitend zum Referat wird es eine Bildungszeitung geben.

Umrissen wird in dem Referat die Weiterentwicklung des wissenschaftlichen Sozialismus durch die Auswertung der konkreten Klassenkämpfe – beginnend mit der Pariser Kommune – bei Marx, Engels und Lenin und den weiteren Erfahrungen beim Aufbau des Sozialismus. Betrachtet wird die Problematik im Rahmen je unterschiedlicher weltweiter Kräfteverhältnisse: junge Sowjetunion, starkes sozialistisches Lager nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, koloniale Befreiung und Stärkung des sozialistischen Lagers, Konterrevolution. Eine große Rolle spielt natürlich die Frage der Ökonomie, der Eigentumsverhältnisse. Ebenso zentral sind Fragen des Massenbewusstseins und der Organisation der politischen Macht der Arbeiterklasse.

Die zweite Phase ab Frühjahr 2022 soll den Meinungsbildungsprozess in der Einschätzung der Länder mit sozialistischer Orientierung verdichten. Veranstaltungen und Konferenzen mit Referentinnen und Referenten aus Ländern mit sozialistischer Orientierung, insbesondere der Volksrepublik China, Lesezirkel und Literaturempfehlungen, Beiträge in der UZ und den „Marxistischen Blättern“ wie auch der Blog „Nachdenken über China“ auf unsere-zeit.de ergänzen den beschlossenen Bildungszyklus.

Im Bundestagswahlkampf wollen wir den Gruppen allerdings zunächst konkrete Hilfestellungen geben und uns damit zugleich an das große Thema herantasten. In vielen Gruppen gibt es Probleme und Hemmschwellen, Bildungsthemen anzupacken. Das zeigt die Auswertung der bisherigen Bildungsarbeit. Deshalb beginnen wir in dieser Ausgabe der UZ mit einer Serie, die jeden Monat einen bestimmten Aspekt der antichinesischen und Kriegspropaganda aufgreift. Wir beginnen auf dieser Seite mit einem Text darüber, wie der Imperialismus die Uiguren für seine Politik gegen die Volksrepublik China instrumentalisiert. Wir setzen die Serie im Juli fort mit einem Beitrag zur militärischen Einkreisungspolitik gegenüber der VR China. Im August folgt ein Artikel zum Thema Menschenrechte, die vonseiten des Imperialismus missbraucht werden, um seine Interessen durchzusetzen.

So hoffen wir, dass alle Mitglieder unserer Partei in die gemeinsame Diskussion einbezogen werden durch die Verzahnung von Referaten des PV, der Bildungszeitung, Zusatzangeboten im Internet und Artikeln in der UZ.

Richard Höhmann, Mitglied der Bildungskommission des DKP-Parteivorstandes, Kontakt: bildung@dkp.de

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"Nachdenken über China", UZ vom 18. Juni 2021



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