Neues Pisa-Debakel

Erschüttert mussten die Medien am Dienstag melden, dass Deutschland nur noch mittelmäßig ist. Deutsche Schülerinnen und Schüler fuhren das bisher schlechteste Ergebnis bei einer Pisa-Studie ein. Der im Jahr 2022 durchgeführte Vergleich in den OECD-Staaten zeigt massive Leistungseinbußen auf.

Die Vergleichszahlen konnten nach dem PISA-Schock im Jahr 2001 leicht verbessert werden. Vor über 20 Jahren erhielt das deutsche Schulsystem eine 4 bis 5 und landete im unteren Mittelfeld – ganz im Gegensatz zu den Erwartungen des an die Weltspitze strebenden Deutschland.

An die Grundprobleme hat sich niemand getraut. Durch mannigfaltigen Pfusch in jedem Bundesland verstärken sie sich von Jahr zu Jahr.

Studie um Studie wird festgestellt, dass schulische Leistungen in Deutschland vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Auch der Lehrkräftemangel ist nicht neu. Wenig erstaunlich, stellen die Studienautoren fest, dass es einen Zusammenhang von Leistungen und Lehrermangel gibt. 2018 gaben 57 Prozent der befragten Schulleitungen an, dass der Unterricht an ihrer Schule durch Lehrermangel beeinträchtigt sei. Im letzten Jahr waren es fast drei Viertel.

In den kommenden Wochen wird viel über Bildung geredet werden. Ändern wird sich wenig: Wer alles für Bomben ausgibt, dem bleibt nichts für Bildung.

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Über den Autor

Björn Blach, geboren 1976, ist als freier Mitarbeiter seit 2019 für die Rubrik Theorie und Geschichte zuständig. Er gehörte 1997 zu den Absolventen der ersten, zwei-wöchigen Grundlagenschulung der DKP nach der Konterrevolution. In der Bundesgeschäftsführung der SDAJ leitete er die Bildungsarbeit. 2015 wurde er zum Bezirksvorsitzenden der DKP in Baden-Württemberg gewählt.

Hauptberuflich arbeitet er als Sozialpädagoge in der stationären Jugendhilfe.

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"Neues Pisa-Debakel", UZ vom 8. Dezember 2023



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