Petition unterschreiben!

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich den Zorn der USA zugezogen. Ein Grund dafür dürfte der Aufruf des WHO-Chefs Adhanom Ghebreyesus sein, die Sanktionen gegen Kuba „unter Quarantäne“ zu stellen. Aufgrund der Corona-Pandemie stünden „Tausende von Leben auf dem Spiel.“

Die USA, die EU und deren Vorreiter Deutschland denken nicht daran, die Zwangsmaßnahmen zu lockern. Im Gegenteil erhöhen sie den Druck auf „missliebige“ Staaten in der Hoffnung, sie in dieser Notlage in die Knie zwingen zu können. Besonders betroffen sind auch Syrien und der Iran. Dessen stellvertretender Außenminister, Faisal Meqdad, kritisierte US-Präsident Donald Trump in der vergangenen Woche aufs Schärfste, weil er der WHO den Geldhahn zugedreht hat. Die Verschärfung der Sanktionen blockiere die Einkäufe von notwendigen medizinischen Gütern und sei ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

International wird der Protest gegen die mörderische Sanktionspolitik immer stärker. In Deutschland hat die DKP eine Petition an den Bundestag auf den Weg gebracht, die über ihre Reihen hinaus Unterstützung findet. Wir dokumentieren an dieser Stelle weitere Statements zur Petition der DKP „Alle Sanktionen aufheben, die den Kampf gegen die Pandemie behindern“ und bitten unsere Leserinnen und Leser, sie zu unterzeichnen und weiter zu verbreiten: kurzlink.de/sanktionenaufheben

König Midas hatte sich in seiner Gier und Habsucht gewünscht, alles, was er berühre, möge sich in Gold verwandeln. Sein Wunsch ging in Erfüllung. Aber nicht nur Becher und Teller, auch das Brot, das er essen und der Wein, den er trinken wollte, verwandelten sich in Gold und so musste er elendiglich verhungern und verdursten. Trump und Konsorten haben ähnliche Gelüste. In ihrem Größenwahn versuchen sie ganze Völker zu erdrosseln. Diese Würgeengel werden erst dann merken, dass man Gold nicht essen kann, wenn wir ihnen den Marsch geblasen haben.

Weber-Herzog-Musiktheater

Das Corona-Virus hat keine Moral.

Wer ihm durch politisch motivierte Sanktionen und die Behinderung medizinischer Kooperation Angriffsflächen bietet, hat auch keine.

Da müssen wir sie haben!

Weg mit den Sanktionen gegen Venezuela, Kuba und die Russische Föderation!
Für eine gedeihliche Zusammenarbeit mit der Volksrepublik China!

Hartmut König, Liedermacher und Mitbegründer des Oktoberclubs

Es ist wichtig, den Kampf gegen die Sanktionen zu unterstützen, denn diese behindern effektiv die Bewältigung der Corona-Pandemie. Indem die Bundesregierung diese Maßnahmen gegen Kuba, Venezuela, China und Russland richtet, stellt sie politische und geostrategische Interessen über die Bekämpfung des Virus. Kuba dagegen entsendet zahlreiche Ärzte als Akt der Solidarität in Zeiten einer weltweiten Krise, beispielsweise nach Italien. Dieses Engagement wird durch die Wirtschafts-, Finanz- und Handelsblockade massiv behindert. Im Interesse unser aller Gesundheit rufe ich dazu auf, die Petition der DKP gegen die Sanktionen zu unterstützen!

Lena Kreymann, Bundesvorsitzende der SDAJ

Die Welt soll Corona-frei werden. Das geht nicht, wenn Staaten verhindern, dass Medikamente, Schutz- und Hilfsmittel sowie Fachkräfte ausgetauscht werden. Es sterben Menschen, weil es auf der Welt nicht genug Beatmungsgeräte und Schutzmasken gibt. Sanktionen sind ein Verbrechen an den Menschenrechten. Deshalb schließe ich mich dem Aufruf an, die Sanktionen gegen Kuba, Venezuela, die Russische Föderation und alle von den USA und der EU sanktionierten Staaten zu beenden. Zudem: Statt Falschinformationen über die Volksrepublik China zu verbreiten, sollten wir in Deutschland aus den Erfahrungen Chinas im Umgang mit dem Virus lernen.

Egon Krenz, ehemaliger Staatsratsvorsitzender der DDR

Mit dem Beharren auf Embargo und Sanktionen Staaten gegenüber, die sich auch in dieser Ausnahmesituation nicht unterwerfen, zeigt der Kapitalismus einmal mehr sein wahres Wesen. Jetzt heißt es für uns erst recht, für einen Systemwechsel zu kämpfen, für eine sozialistische Gesellschaft. Darum unterstütze ich die Petition der DKP.

Ellen Schernikau, Schriftstellerin

Jedes Exportverbot von Lebensmitteln, Medikamenten, Medizingeräten ist ein Verbrechen an den Menschen in den Empfängerländern. Rüstungsexporte gehören verboten, werden aber stillschweigend geduldet oder gar mit Hermes-Bürgschaften unterstützt.

Kuba und Venezuela haben vor dem Hintergrund der aktuellen Pandemie selbstlos internationale Hilfe geleistet, beispielsweise in Brasilien und Italien, werden aber gleichzeitig teilweise seit Jahren sanktioniert – wofür? Für eine Politik, die den USA nicht gefällt.

Die Petition unterstütze ich deshalb inhaltlich uneingeschränkt, auch wenn ich mit der Plattform nicht glücklich bin. change.org hat 2016 wegen ihres Umgangs mit Daten nicht ohne Grund den BigBrotherAward „gewonnen“.

Felix Oekentorp, Landessprecher der DFG/VK NRW

✘ Leserbrief schreiben

An die UZ-Redaktion (leserbriefe (at) unsere-zeit.de)

"Petition unterschreiben!", UZ vom 24. April 2020



Bitte beweise, dass du kein Spambot bist und wähle das Symbol Haus aus.

Vorherige

G 20-Urteil ohne Beweise

Parlamente als Statisten

Nächste

Das könnte sie auch interessieren