Kandidatinnen der DKP stellen sich vor

Probleme anpacken

Am 26. September findet die Bundestagswahl statt. Die Wählerinnen und Wähler können ein Weiter-so mit Kriegen, Mietenexplosion, kaputten Krankenhäusern und Lohndumping wiederwählen nach ihrer farblichen Präferenz oder ein Zeichen für Frieden, Wohlstand für alle und Sozialismus setzen und die DKP wählen. Zwei der Kandidatinnen der DKP sind die 24-jährige Andrea Hornung aus Frankfurt a. M., Physikerin und Bundesvorsitzende der SDAJ, und die 63-jährige Barbara Müller aus Kiel, die als Honorarkraft auf Minijob-Basis in Grundschulen arbeitet. Warum die beiden gewählt werden wollen, erklären sie hier.

Andrea Hornung

In der SDAJ sind bundesweit viele Schülerinnen und Schüler organisiert und wir haben uns im letzten Jahr intensiv mit dem Chaos der Pandemiepolitik der Bundesregierung, schlecht ausgestatteten Schulen und überforderten Lehrerinnen und Lehrern beschäftigt.

Wer ein eigenes Zimmer, Laptop und gutes W-Lan, vor allem aber Eltern hat, die bei der Aufbereitung des Distanzunterrichts helfen oder Nachhilfe bezahlen können, ist klar im Vorteil. Alle Anderen haben Nachteile, die Anforderungen in der Schule zu bewältigen. Das neue Schuljahr beginnt, wie das alte aufgehört hat: chaotisch für Eltern und Kinder.

Das miserable und seit Jahrzehnten kaputtgesparte Bildungssystem wurde in der Pandemie noch übler: Veraltete oder fehlende technische Ausstattung, durch das Lüften kalte Klassenräume und verdreckte Toiletten, keine Luftfilter.

Gleichzeitig steigt der Leistungsdruck in der Schule immer mehr. All das führt zur Zunahme von psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen, die durch Perspektiv­losigkeit und Zukunftsängste verursacht werden.

Dieses Bildungssystem ist nicht dafür gedacht, Jugendliche zu gesunden, gebildeten, kritischen und (selbst-)denkenden Menschen zu entwickeln. Es gab und gibt kein wirkliches Interesse an umfassender Bildung. Sonst hätte es weitsichtige Pläne für einen Präsenzunterricht im Lockdown gegeben und die Schulen wären technisch und personell gut ausgestattet.

Statt Millionen in neue Militärflugzeuge, in die Aufrüstung von Polizei und Überwachung zu stecken und für mehrere Milliarden Großunternehmen zu „retten“, muss das Geld in unsere Bildung gesteckt werden! Wir wollen fürs Leben lernen!

Barbara Müller

Als Minijobberin gehöre ich zu der großen Gruppe der Frauen, die in der Corona-Krise harte finanzielle Einbußen haben, wie viele andere Menschen auch.
Meine Arbeit mag ich, die Bedingungen sind jedoch übel: Unsicherheit, wie es weitergeht. Wieviel Monat ist am Ende des Geldes übrig? Für was reicht die Rente? Dass ich und wir trotz Arbeit immer finanziell unter Druck stehen, ist jedoch kein persönliches Versagen, es ist Teil dieses kapitalistischen Systems.

Die Reichen werden immer reicher, nicht durch eigene Arbeit, sondern durch unsere Arbeit, durch Gesetze und Finanzsysteme, die ihre Interessen schützen. In Deutschland leben mehr als 120 Milliardäre und mehr als eine Million Millionäre. Es ist Zeit, dass wir, die Mehrheit, unsere Interessen verteidigen: Ein finanziell abgesichertes Leben, ohne Angst, große Not leiden zu müssen.

  • Rente, die ein gutes Leben im Alter sichert
  • Bezahlbare Wohnungen
  • Öffentlicher Personennahverkehr zum Nulltarif
  • Arbeit, von der wir leben können
  • Das Angstsystem Hartz IV muss weg, eine bedarfsgerechte, sanktionsfreie Unterstützung auf Basis von ALG 1 muss her.

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"Probleme anpacken", UZ vom 17. September 2021



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