DKP-Branchentreffen Bildung und Erziehung tagte

Schulprogramm der DKP

David Müller

Die Erarbeitung eines Schulprogramms der DKP hat begonnen. Ende Februar trafen sich zum ersten Mal Genossinnen und Genossen aus dem Bereich Bildung und Erziehung, um sich zu einzelnen Themen eine gemeinsame Position und daraus abgeleitet ein Programm zum Schulbereich zu erarbeiten.

Damit werden vier Ziele verfolgt: Erstens sollen Positionen abgestimmt und vereinheitlicht werden. Zweitens soll das Schulprogramm als Orientierungshilfe für die gesamte Partei dienen sowie drittens als wichtiges Informationsmaterial für unsere Öffentlichkeitsarbeit und zur Mitgliedergewinnung. Es ist viertens als Beispiel und Anregung auch für andere Politikfelder gedacht – zum Beispiel Gesundheit, Wohnungen, Verkehr.

Mit den Themen Digitalisierung, Inklusion und dem gegliederten Schulwesens wird der Anfang gemacht. Weitere Themen sollen folgen.

Zu den Fragen, was im Bildungs- und Erziehungsbereich bevorsteht und worauf sich die in dieser Branche beschäftigten Genossinnen und Genossen einstellen müssen, wurde festgestellt, dass sich die Corona-Pandemie als vielfacher Beschleuniger von bekannten Problemen zeigt. So wird die soziale Spaltung zwischen arm und reich – auch in der Schülerschaft – weiter verstärkt, die (Selbst-)Ausbeutung der Beschäftigten durch nicht bezahlte Überstunden verschärft und das Problem der Jugendarbeitslosigkeit aufgrund abgebauter beziehungsweise fehlender Ausbildungsplätze vergrößert – womit mehr und mehr Schülerinnen und Schülern die Perspektive genommen wird. Es wurde eingeschätzt, dass Privatisierungen im Bildungs- und Erziehungsbereich weiter zunehmen werden.

Die Genossinnen und Genossen der DKP setzen sich für die Durchsetzung folgender Forderungen ein:

  • Klassen- und Kursgrößen von 18 Schülerinnen und Schülern
  • Ausbildung und Einstellung von zusätzlichen Erzieherinnen und Erziehern, von Lehrerinnen und Lehrern
  • Raumgrößen und -ausstattung, die allen Arbeits- und Lernformen pädagogisch gerecht werden
  • Einhaltung eines einwandfreien Hygienezustands in allen Bildungs- und Erziehungsstätten
  • Verstärktes gemeinsames/gemeinschaftliches und solidarisches Arbeiten und Lernen statt einer Individualisierung, die zu Vereinzelung führt
  • Spezielle Förderung der Schülerinnen und Schüler, die den Kontakt zur Schule verloren haben.

Als Haupt- und Zielforderung wurde formuliert: „Eine Schule für Alle!“ Nur so wird eine Chancengleichheit für alle Schülerinnen und Schüler möglich.

Arbeit und Lernen sind als ein zusammenhängender Prozess zu verstehen, der zur Bildung jeder Persönlichkeit unbedingt notwendig ist. In diesem Zusammenhang ist die Frage nach den Lerninhalten zu stellen, die eine stärkere Identifikation aller am Bildungs- und Erziehungsprozess beteiligten ermöglichen. Außerdem ist zu verhindern, dass die Schulen wieder zu „Paukschulen“ werden. Den Gewerkschaften und Personalvertretungen kommt bei der Begrenzung und Zurückdrängung der neoliberalen Bildungs- und Erziehungspolitik eine zentrale Rolle zu.

Zum Schluss unseres ersten Treffens wurde ausdrücklich die Bundesregierung gelobt und ihr gedankt, für etwas, was unvorstellbar erschien und uns tief bewegt hat: Sie hat nach über einjähriger wohl sehr intensiver und umfassender Arbeit herausgefunden und festgestellt, dass Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer es aufgrund ihres Berufes mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben und zu denen ein räumlicher Abstand nicht (immer) möglich ist und deshalb in dieser Pandemie vorrangig geimpft werden sollten – eine grandiose Leistung!

Genossinnen und Genossen, die punktuell oder kontinuierlich an der Erarbeitung des Schulprogramms mitarbeiten wollen, sind herzlich eingeladen, sich unter folgender Mailadresse zu melden: bildung.erziehung@dkp.de

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"Schulprogramm der DKP", UZ vom 26. März 2021



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