Solidarität

Nicht in unserem Namen. Einen Hinweis im Programmablauf oder eine Ankündigung gab es nicht. Möglicherweise waren auch die Kolleginnen und Kollegen nicht informiert, die im Live-Stream des DGB am 1. Mai auf den Punkt brachten, was Solidarität für sie bedeutet. Auf einmal war Verteidigungsministerin AKK unter ihnen. Solidarität sei gerade in Corona-Zeiten ein großartiger Wert. „Ein Wert aber auch, der die Sozialpartnerschaft in Deutschland mit begründet hat und bis zum heutigen Tag lebendig hält.“

Es war schon nicht zu verstehen, dass die Gewerkschaftsführung am 1. Mai den Protest auf der Straße gegen das Abwälzen der Krisenlasten nicht organisiert hat. Aber stattdessen eine Kriegsministerin das Lied auf die Sozialpartnerschaft singen zu lassen, die gerade Milliarden in die Rüstungsindustrie pumpt, während die Arbeiterklasse um ihre Jobs bangt – das geht gar nicht. Wäre es auch auf offener Bühne vor Publikum passiert? Wer hat es entschieden und zugelassen?

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Über den Autor

Wera Richter, geboren 1969, ist stellvertretende Parteivorsitzende der DKP und Chefredakteurin der UZ. Die journalistische Laufbahn begann in jungen Jahren mit einem Praktikum bei der UZ mit Rolf Priemer als Chefredakteur. Damals wurde die UZ wieder Wochenzeitung. Später arbeitete die gelernte Gärtnerin im Ressort Innenpolitik der Tageszeitung junge Welt. Auf dem 20. Parteitag der DKP 2013 wurde Wera Richter zur stellvertretenden Parteivorsitzenden gewählt und übernahm die Verantwortung für die Organisationspolitik. Ein Job, den sie in der SDAJ kennen und lieben gelernt hatte. 2020 löste sie Lars Mörking als UZ-Chefredakteur ab.

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"Solidarität", UZ vom 15. Mai 2020



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