Zum Thema Iran auf der UN-Vollversammlung

Trump bedroht UNO

Die Charta der Vereinten Nationen verbietet den Mitgliedstaaten in ihren internationalen Beziehungen jede gegen einen anderen Staat gerichtete Androhung oder Anwendung von Gewalt. Das hat noch keinen Krieg verhindert. Aber der doppelte Überfall auf den Iran – im Juni 2025 und im Februar 2026 – wurde selbst in den Stellungnahmen während der Vollversammlung der Vereinten Nationen kaum thematisiert.

Der französische Präsident Ma­cron hielt sich zurück wie sein brasilianischer Kollege Lula da Silva. Dem König von Jordanien gelang es gar, den Krieg gegen Iran unter „ferner liefen“ abzuhandeln. Er sprach von den Kriegen in Gaza, Sudan, Ukraine – „und anderswo“. Nur der britische Premierminister Burnham wollte keinen Krieg ohne Unterstützung durch sein Land. Er versprach Israel Hilfe gegen die andauernden Bedrohungen – als hätte nicht Israel gemeinsam mit den USA Iran angegriffen. Netanjahu sprach in seiner seltsamen Rede von Israel als der stärksten Macht der Region – und zugleich als der am meisten bedrohten. Wieder einmal warnte er vor den Atombomben des Iran. Hätten die USA und Israel nicht die Atomanlagen des Iran zerstört, wären wir alle tot, meinte er.

Nach zunächst 20.000, dann 30.000 zählte US-Präsident Trump schließlich mehr als 70.000 Tote bei den Protesten im Iran Anfang des Jahres. Vielleicht werden es noch mehr. Und als würde er nicht vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen sprechen, die einmal gegründet wurden, um Kriege zu verhindern, sprach Trump von der Vernichtung der Islamischen Republik Iran. „Soll ich sie zu Hölle schicken, ohne Chance auf Überleben?“, stellte er die rhetorische Frage und drohte sie nach den Zwischenwahlen in den USA zu beantworten.

Diese Drohung galt ebenso sehr dem Iran wie den Vereinten Nationen. Denn welche Bedeutung hätte die UNO noch, wenn sie nicht nur diese Drohung, sondern womöglich auch ihre Verwirklichung zuließen.

Es blieb ausgerechnet dem iranischen Präsidenten Peseschkian überlassen, die Dinge geradezurücken. Er erinnerte an Ali Chamenei, der von den USA und Israel in einem Luftangriff ermordet worden war, und die Kinder in der Schule von Minab, die das gleiche Schicksal erlitten. Und er ergänzte: „Israel tötet – und der Iran wird sanktioniert. Israel hat Atomwaffen – aber die Inspektoren sind im Iran.“

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"Trump bedroht UNO", UZ vom 2. Oktober 2026



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