Warnstreiks trotz Corona

Die Beschäftigten des Kabelwerks Meißen, der „Schraube“ in Finsterwalde und beim FEV Dauerlaufprüfzentrum in Brehna wollen nach Jahren endlich Lohnerhöhungen. Deshalb machen sie jetzt vermehrt mittels Streiks Druck auf die Arbeitgeber – mit Abstand, Maske und Hygienekonzept.

Für die 130 Beschäftigten im Kabelwerk Meißen gab es seit 2009 keine Lohnerhöhungen mehr. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer traten deshalb am 30. November bereits zum dritten Mal in diesem Jahr in den Streik für einen Tarifvertrag. Bis Weihnachten sollen die Streiks jetzt jeden Montag weitergehen, bis der Arbeitgeber einlenkt und den Beschäftigten einen Tarifvertrag gibt.

Auch im Formteil- und Schraubenwerk Finsterwalde – kurz „Schraube“ – haben die Beschäftigten am Donnerstag, den 26. November bereits mit ihrem zweiten Warnstreik innerhalb von zwei Wochen Druck gemacht. Sie fordern einen besseren Haustarif. Die Löhne liegen hier bereits 14 Prozent unter dem Flächentarif für die Metall- und Elektroindustrie in Brandenburg.

Beim FEV Dauerlaufprüfzentrum in Brehna gab es seit 2013 keine Lohnerhöhungen mehr. Der Arbeitgeber hatte damals den Tarifvertrag gekündigt. Die Einkommen liegen 20 Prozent unter dem Metall-Tarif in Sachsen-Anhalt – und deutlich unter den anderen FEV-Standorten. Die 200 Angestellten fordern eine stufenweise Heranführung an den Metall-Flächentarif.

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"Warnstreiks trotz Corona", UZ vom 11. Dezember 2020



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