Bezos hat Zeit und Muße

Jeff Bezos hat am vergangenen Montag die Führung des Amazon-Konzerns an Andrew R. Jassy abgegeben. Jassy war bisher Chef von Amazon Web Services (AWS) und ist seit 1997 bei Amazon. Seit Gründung von AWS ist er verantwortlich für die ständige Ausweitung und Weiterentwicklung der IT-Infrastruktur, die der Onlinehändler benötigt. Zu den Kunden gehören darüber hinaus Unternehmen wie Dropbox (Cloudspeicher), Konkurrenten wie Netflix (Streaming, Online-Videothek) oder auch die CIA.

Lange Zeit war AWS die „Cash Cow“ von Amazon, also der Teil des Monopolisten, der Gewinne einfuhr, während das Geschäft mit dem Onlinehandel noch Verluste einfuhr. Der Erfolg von AWS ermöglichte also wesentlich den aggressiven Expansionskurs des US-Konzerns, der versucht, in immer mehr Branchen vorzudringen. 2018 wurde Amazon zum zweiten US-Unternehmen nach Apple, das einen Börsenwert von einer Billion US-Dollar übertraf. Im Februar überstieg der Quartalsumsatz nach eignen Angaben zum ersten Mal 100 Milliarden Dollar.

Bezos sprach in einer E-Mail, die den Wechsel an der Spitze Amazons Anfang des Jahres ankündigte, davon, dass es anstrengend sei, CEO von Amazon zu sein. Nun will der Multi-Milliardär mehr Zeit auf seine Stiftungen („Day 1 Fund“ und „Bezos Earth Fund“), sein Raumfahrtunternehmen „Blue Origin“, seine Zeitung „Washington Post“ und auf andere „Leidenschaften“ verwenden.

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Über den Autor

Lars Mörking (Jahrgang 1977) ist Politikwissenschaftler. Er arbeitete nach seinem Studium in Peking und war dort Mitarbeiter der Zeitschrift „China heute“.

Mörking arbeitet seit 2011 bei der UZ, zunächst als Redakteur für „Wirtschaft & Soziales“, anschließend als Verantwortlicher für „Internationale Politik“ und zuletzt – bis Anfang 2020 – als Chefredakteur.

 

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"Bezos hat Zeit und Muße", UZ vom 9. Juli 2021



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