„Colonia Dignidad“ – Solidarität und Erinnerung

Das Bochumer Bündnis „Solidarität und Erinnerung“ führte mit musikalischer Unterstützung des Duos „Contraviento“ aus Münster am vergangenen Samstag vor dem Haus des früheren Leiters des Krankenhauses der chilenischen „Colonia Dignidad“, Hartmut Hopp, eine „Funa“ durch. „Funa“ ist ein chilenischer Begriff für ein Outing eines Menschenrechtsverbrechers gegenüber seiner Nachbarschaft und gleichzeitig eine Anklage der Straflosigkeit.

Hopp wurde in Chile wegen Beihilfe zum sexuellen Missbrauch und Vergewaltigung Minderjähriger in der Colonia Dignidad, die der Pinochet-Diktatur auch als Folterzentrum diente, verurteilt; deutsche Gerichte lehnen nach dem bei rechtsextremistischen Verbrechen bekannten Muster dennoch eine Auslieferung wegen angeblich nicht hinreichenden Tatverdachts ab, weshalb Hopp seit 2011 straflos in Krefeld lebt. Vor Dutzenden Menschen forderte Juan ­Rojas, dessen Vater und Bruder in der Colonia Dignidad „verschwanden“, in einer bewegenden Rede Hopp auf, sich öffentlich zu den Taten zu äußern, damit die Angehörigen endlich für sich abschließen können.

Dieser Artikel ist für Sie kostenlos. Kritischer Journalismus braucht allerdings Unterstützung, um dauerhaft existieren zu können. Daher freuen wir uns, wenn Sie sich für ein Abonnement der UZ (als gedruckte Wochenzeitung und/oder in digitaler Vollversion) entscheiden. Sie können die UZ vorher 6 Wochen lang kostenlos und unverbindlich testen.

✘ Leserbrief schreiben

An die UZ-Redaktion (leserbriefe (at) unsere-zeit.de)

"„Colonia Dignidad“ – Solidarität und Erinnerung", UZ vom 1. September 2023



    Bitte beweise, dass du kein Spambot bist und wähle das Symbol LKW.



    UZ Probe-Abo [6 Wochen Gratis]
    Unsere Zeit